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Cottbuser Fotos in der Galerie Fango

Noch bis zum 20. November werden in der „Galerie Fango“ Werke von Fotoamateuren und Profis ausgestellt. Über 200 Besucher kamen bisher zur Cottbuser Fotoschau und überzeugten sich selbst von der Kreativität und Ausdrucksfreude der Cottbuser. Von Kati Sprigode

Ein roter Schein fällt durch die Fenster auf das Straßenpflaster, lässt neugierig eintreten. An schwarzen Wänden hängen unzählige Fotografien. Der feine Sand knirscht unter den Sohlen, wenn man durch die Räume den Bildern folgt. Kleine, fernöstlich anmutende Sitzmöbel laden zum Verweilen und eingehenden Betrachten ein. Jedes Bild hat seine eigene Stimmung und Aussage, schwarzweiß oder in Farbe, Hochglanz gerahmt oder kopiert. An der Bar sitzen Gäste und kommen bei einer Tasse Kaffee ins Gespräch. Gemütlich ist es und trotz der mäßigen Ofenwärme ganz und gar nicht kalt.
Mitte des Jahres hatte der Verein „Forum künstlerische Bildmedien Cottbus“ aufgerufen, Bildbeiträge einzureichen. Teilnahmebedingung war ein regionaler Bezug des Fotografen oder des Dargestellten. Der Form und dem Thema waren keine Grenzen gesetzt. Von Alltagsfotografie über bildjournalistische Beiträge bis hin zu künstlerischen Arbeiten war alles willkommen.
Stephan Neidert und Alexander Janetzko, die Vorstandsvorsitzenden, zählten über 300 Einreichungen mit einer Vielfalt von Sehweisen und Genres. Anzuschauen sind insgesamt 150 ausgewählte Arbeiten, die verschiedene Ansätze und Motivationen der Fotografen, manch kritischen und humorvollen Blick zeigen.
Die Räume stellte die Galerie Fango dem Verein zur Verfügung. Des ungeahnten Umfanges wegen wurde sogar erstmals eine weitere Fläche gebraucht. Bevor jedoch die leere Wohnung im ersten Obergeschoss überhaupt als Ausstellungsplatz genutzt werden konnte, waren viele Handwerksarbeiten nötig. Selbst noch am Eröffnungstag werkelten die Aussteller an der Gestaltung ihrer Fotos und des Raumes.
„Ausgehend von meiner guten Erfahrung bei der Organisation der Filmschau Cottbus, entstand die Idee zu einer eigenen Fotoschau“ , erzählt Janetzko. Um einen Träger zu schaffen, gründeten die findigen Macher, Studenten der Fotografie, der Kultur- und Politikwissenschaften, Fotografen, Künstler und ein Cottbuser Verleger Anfang des Jahres einen gemeinnützigen Verein.
Die Fotoschau sehen sie nicht nur als ein Ausstellungsprojekt, das Menschen das Schaffen von Fotografen aus der Lausitz und Themen aus ihrem unmittelbaren Umfeld zeigt, sondern auch als Bestandsaufnahme. Kontinuierlich über Jahre soll allen, die sich mit künstlerischen Bildmedien und Medienproduktionen bereits beschäftigen und beschäftigen wollen, ein offenes Forum als dauerhafte Plattform geboten werden. Ihr Anspruch ist es, gesellschaftliche Veränderungen auch in künstlerischer Form be- und verarbeiten zu helfen.
„Wir erhoffen uns vielseitige Erkundungen der Wirklichkeit vor Ort und sich daraus ergebende Strategien des Umgangs mit ihr“ , so der Vereinsvorsitzende. In der Bilderflut unserer Zeit solle diese Initiative durch die Förderung der Auseinandersetzung mit der Fotografie und verwandten Medien eine Orientierungshilfe sein und Impulse geben.
„Unser Forum lebt davon, dass Leute sich einbringen“ , so Neidert. „Eine regelmäßige Bühne für Ausstellungen in Cottbuser Räumen soll entstehen. Wir wollen einen Anlaufpunkt bieten, der eine Heimstatt für Ideen und eine Werkstatt ist. Interessierte sollen in ihrem Schaffensprozess mit Kritik und Anregung begleitet werden.“
Unter fotoschau-cottbus.de wird ein Kontaktforum mit Informationen und Kommunikationsmöglichkeiten ins Netz gestellt. Und für das kommende Jahr sind Workshops im Vorfeld geplant.
Mutter, Tochter und Enkeltochter Karras fanden die Fotos gelungen und die Bandbreite, die von letzten Bildern aus Lakoma bis hin zu regennassen Straßen oder Wärmebildkamera-Aufnahmen des BGS reichten, sehr anregend. Katrin Karras, selbst begeisterte Amateurfotografin, ist erstaunt und erfreut zu sehen, dass viele jungen Menschen sich mit dieser Ausdrucksform beschäftigen.
Mit den ausliegenden Stimmzetteln haben sie schon ihre Favoriten für den Publikumspreis gekürt. Die aber bleiben geheim, meinten sie schmunzelnd. Den Preisträgern winken Ausstellungsmöglichkeiten in der Region und Veröffentlichungen.

ServiceService ÖffnungszeitenÖffnungszeiten
  Die Cottbuser Fotoschau ist noch bis zum kommenden Sonntag, täglich von 16 bis 20 Uhr, in der Galerie Fango, Amalienstraße 10, zu sehen.
Am Samstag, 19. November, um 19 Uhr werden in einer feierlichen Finissage der Publikums- und Jurypreis vergeben. Der Eintritt ist frei. Die Cottbuser Fotoschau ist noch bis zum kommenden Sonntag in der Galerie Fango zu sehen. Geöffnet sind die Räume in der Amalienstraße 10 täglich von 16 bis 20 Uhr.
Am Samstag um 19 Uhr werden in einer feierlichen Finissage der Publikums- und Jurypreis vergeben. Der Eintritt ist frei.