„Damit können sie sich etwas Gutes für Kopf und Körper tun“ , sagte Heron-Geschäftsführer Roland Quos bei der Übergabe. Daren Haskell (USA), Gabriela Vigetti (Italien), Wenguo Hou (China) und Alhassan Tijani (Ghana) erhielten je drei Gutscheine. Damit können sie bei Heron Bücher und Software und in der Galeria Kaufhof Technik und Kleidung kaufen. Bei Carstens locken schöne Stunden. Ein Bildband soll helfen, Cottbus schneller kennen zu lernen.
Zuvor hatten Yi Ding (China), Ewa Czajkowska (Polen), Ioanna Paloumpa (Griechenland, Mohamed Elhag (Sudan) und Franklin Fru (Kamerun) im Rahmen des Cottbuser Leseherbstes aus Romanen von Henning Mankell gelesen. Diese schildern das alltägliche Elend in weiten Teilen Afrikas, das besonders hart die Kinder trifft. Geschildert wurde die Flucht des Mädchens Tea Bag aus ihrem Dorf nach Lagos und später weiter mit einem Flüchtlingsboot nach Spanien, wobei die meisten Insassen umkommen. Ihr Ziel ist ein selbst bestimmtes Leben in Schweden. Erzählt wurde auch vom zehnjährigen Nelio, der von einer Kugel getroffen vor dem Sterben seine Lebensgeschichte als Vertriebener irgendwo in Afrika, als Anführer einer Gruppe von Straßenkindern und bewunderter Heiler erzählt. Dass Flüchtlingsprobleme längst bis in die Lausitz reichen, zeigte die musikalische Umrahmung. Sie wurde von Mitgliedern der Familie Ahmadi bestritten, die au s Afghanistan vertrieben wurden und nun seit einiger Zeit in Cottbus leben.
Während Ewa Czajkowska erst einen Monat in Cottbus studiert und noch die Stadt, ihre Menschen und die Universität kennen lernt, studieren die anderen vier Vorleser schon lange an der BTU. Es lasse sich hier gut studieren, aber Deutschland sei teuer, meinte Yi Ding. „Cottbus und seine Farben im Wechsel der Jahreszeiten gefallen mit gut“ , sagte Ioanna Paloumpa. „Es gibt aber zwei Welten, die Universität mit ihren Studenten und deren Leben und diejenige der Bürger. Es wird zu wenig getan, die Kluft zu schließen, das meiste geschieht dabei durch die Universität.“ Franklin Fru schätzt an Cottbus den Zusammenhalt mit den Lands-leuten und die sportlichen Möglichkeiten, er spielt bei der BSV Cottbus Ost Fußball. Erstmals seit sieben Jahren fliegt er Weihnachten nach Hause.
Die meisten an der Lesung beteiligten ausländischen Kommilitonen und die begrüßten neuen Studenten haben sich im internationalen, englischsprachigen Studiengang Umwelt- und Ressourcenmanagement eingeschrieben, den sie mit einem Master-Abschluss beenden wollen. „1250 Studenten aus 88 Nationen lernen an der BTU“ , betonte Präsident Professor Ernst Sigmund. „Wir haben von Anfang an auf einen hohen Ausländeranteil hingearbeitet, derzeit liegt er über 25 Prozent. Diese positive Entwicklung kommt sichtbar auch der Stadt zugute.“