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Filmemacher Stefan Bremer
Grüße aus Guatemala

Der Filmemacher Stefan Bremer dreht in Guatemala eine Reportage und betreibt einen V-log bei Youtube.
Der Filmemacher Stefan Bremer dreht in Guatemala eine Reportage und betreibt einen V-log bei Youtube. FOTO: LR
Cottbus/Guatemala-Stadt. Die ersten Bilder sind im Kasten: Cottbuser dreht Film in Zentralamerika. Von Daniel Schauff

Ein paar Wochen ist es her, da standen Martin und Stefan Bremer im Medienhaus und berichteten von ihren Plänen. Martin steht mittlerweile zwei Wochen vor seinem Aufbruch nach Südostasien. Eine Rückkehr ist weder geplant noch ausgeschlossen. „Mal eben leben“ will Martin und berichtet auf der gleichnamigen Internetseite schon jetzt fleißig von den Vorbereitungen.

Stefan Bremer hingegen steckt schon mitten im Abenteuer. Der Cottbuser ist freischaffender Filmemacher und ist nach Guatemala gereist, um dort eine Doku über das Land zu drehen. Mit kurzen Videos, einer Art Video-Tagebuch, meldet sich Stefan regelmäßig bei mittlerweile knapp 200 Youtube-Abonnenten. In den Kurzfilmen erzählt Stefan Bremer von seinen Eindrücken von einem Land, von dem man im fernen Deutschland so gut wie nichts weiß. „Höchstens von den Maya-Tempeln“ habe man hierzulande schon einmal gehört, sagt der Filmemacher. Aber sonst?

Stefan Bremer hat eine engere Verbindung zu Guatemala als die meisten Deutschen. Grund ist der ehemalige Austauschschüler Arturo aus Guatemala-Stadt. Den begleitet Bremer nun nicht nur durch dessen Heimatstadt, sondern auch in entlegenere Winkel des Landes bis hinein in den Urwald.

Bereits vor der Abreise hatte Bremer ein Video gedreht, in dem er beschreibt, was ein Filmemacher so alles einpacken muss, um einen ordentlichen Film zu machen. Zahlreiche Elektrogeräte, Objektive, Speicherkarten hat er in einem Rucksack verstaut. Ein Großteil dieser Geräte muss jeden Abend neu aufgeladen werden und breitet sich an den Abenden über Bremers guatemalische Betten aus.

In Bremers Film soll es nicht nur um die Schönheiten des zentral­amerikanischen Landes gehen. Das hatte er der LR bereits vor seiner Abreise verraten. Vielmehr wolle er die Kontraste einfangen – die atemberaubende Landschaft, die politische Korruption, die gesellschaftlichen Probleme im Land.

Bei seinem Blog beschränkt sich Bremer hingegen vor allem auf seine eigene Erlebnisse, die allerdings schon ahnen lassen, wie gegensätzlich Guatemala ist. So steht der Cottbuser etwa mitten im Zentrum von Guatemala-Stadt und zeigt aufwendig sanierte Bauten, teure Autos, edle Geschäfte. Wenige Hundert Meter weiter, erzählt er, beginnt bereits die Armut.

Besonders deutlich wird das auch in seinen Aufnahmen vom Nationaltheater, ein hochmoderner Bau mitten zwischen Ruinen und einstürzten Hausdächern. Eine Szene zeigt Bremer, wie er im Stau feststeckt. Grund: Zuvor war auf der Straße jemand erschossen worden, sagt er. Stefan Bremer ist aber nicht nur Filmemacher, sondern auch Fotograf und hat sich auf analoge Fotografie spezialisiert. Bilder von seiner Reise, etwa in Form von Kalendern, sollen später in seinem Online-Shop erhältlich sein, kündigt der junge Mann an.

Insgesamt vier Wochen nimmt sich Bremer in Guatemala Zeit für seine Reportage. Eine Rückkehr dorthin sei aber nicht ausgeschlossen, sagt er der RUNDSCHAU – je nachdem, wie viel es dort noch für seinen Guatemala-Film zu dokumentieren gebe.

Kurz vor der Abreise hatten Stefan und Martin Bremer (v.l.) der LR von ihren Plänen berichtet.
Kurz vor der Abreise hatten Stefan und Martin Bremer (v.l.) der LR von ihren Plänen berichtet. FOTO: Daniel Schauff / LR