Ein steter Strom von Fußgängern eilt die Stadtpromenade entlang. Dabei ist die Passage vom Berliner Platz zum Blechen-Carré nicht gerade ansehnlich. Nur ein Bretterzaun trennt die Passanten von der Baustelle für den Anbau des Einkaufszentrums. Die Gehwegplatten gleichen einer Löcherpiste.

Walter Böhm ärgert zudem der Durchgang am Wohnblock: "Der ist nachts nicht einmal mehr beleuchtet. Dabei ist er mindestens ebenso wichtig wie der Durchgang zur Spremberger Straße", beklagt er am Reporter-Telefon der RUNDSCHAU. Damit reagiert er auf die Nachricht, dass der Durchgang am Heronplatz mit Lichtinstallationen neu gestaltet wird. "Die Stadtpromenade wird allgemein vernachlässigt", schimpft er.

Tatsächlich kann dieser Eindruck entstehen. Aber eigentlich ist es mehr eine Lauerstellung, in der sich die Promenade befindet. Denn die Ladenfront entlang des Wohnblocks ist längst im Topzustand. Zwei große Handelsketten haben sich dort etabliert. Sie sind wie ein Anker für weitere Läden. Platz gibt es genug.

"Alles steht und fällt mit dem Baufortschritt am Blechen-Carré", sagt Torsten Kunze. Er ist der Chef der Cottbuser Gebäudewirtschaft, der der Wohnblock gehört. "Den Durchgang müssen wir natürlich aufwerten", bestätigt er. Genauso sei das mit den Wegen - dem gesamten Umfeld. Doch das werde nicht vor Fertigstellung des Zentrum-Anbaus passieren. Der soll im Herbst 2012 eringeweiht werden. Also sind noch anderthalb Jahre Geduld nötig.

Ende August geht es zumindest auf der Rückseite der Stadtpromenade weiter. Dann sollen die Restarbeiten rund ums Piccolo-Theater fortgesetzt werden, sagt Marion Adam vom Baudezernat. "Am 23. August erwarten wir die Materiallieferung." Zudem steckt das Rathaus mitten in der Vergabe für die Weg-Sanierung von der Bebelstraße bis zum Kästner-Platz. Dort soll es im September losgehen. Weitere Bauabschnitte folgen.

Dabei ist es auf der Center- Baustelle derzeit verdächtig ruhig. "Das täuscht", versichert René Becker, Geschäftsführer des Center-Investors Gepro Bau. "Zwei Drittel des Abrisses finden unterirdisch statt." Das sei nur aufwendig in Handarbeit möglich. Ende des Jahres werde es an den Hochbau gehen. "Wir haben Mietverträge abgeschlossen. Die werden wir einhalten." Soll heißen: alles im Plan. "Das Erdgeschoss ist so gut wie voll, auch große Teile des Obergeschosses", sagt Becker. Er zählt einige Mieter für den Anbau auf: "H & M, Tchibo und Esprit, Depot - ein Laden für gehobenes Wohn-Accessoire, ein Jeansladen, aber auch Gastronomie und Cafés."

Mit der Fertigstellung des Anbaus wird die Stadtpromenade an Bedeutung verlieren. "Der Hauptweg zum Center wird verschoben und dann entlang der Straßenbahn führen", sagt Becker. Für Gepro Bau ist die Altstadt der wichtigste Anknüpfungspunkt. Das ideale Bindeglied hat der Investor längst gefunden: das Stadttor. "Dort muss ein Magnet rein. Das kann nur Handel sein", sagt der Gepro Bau-Chef. Eine Projektentwicklung liege bereits vor. "Wir haben Kaufinteresse für das Objekt und auch schon einen Mieter."