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Cottbuser Eltern sollen mehr Mitspracherecht erhalten

Cottbus. In der Stadt Cottbus soll ein Elternbeirat für die Kindertagesstätten gegründet werden. Ende 2016 war der Antrag der Linken im Stadtparlamentes angenommen worden. the

Vorausgegangen waren massive Proteste zur Erhöhung der Kita-Gebühren. Jetzt soll es konkret werden. Am Donnerstag hatte das Jugendamt zu einem Informationsabend für den Elternbeirat ins Stadthaus eingeladen. Eltern und Vertreter der örtlichen Kindertagesstätten bekamen die Gelegenheit, sich über die Gründung sowie über künftige Aufgaben und Möglichkeiten des Beirates zu informieren. Dieser soll den Eltern ein verstärktes Mitspracherecht bei künftigen Beschlüssen, die die Kinderbetreuung betreffen, ermöglichen.

Seit März dieses Jahres werden in Cottbus 7059 Mädchen und Jungen in Kindertageseinrichtungen betreut. Pro Kindertagesstätte darf ein Elternvertreter in den künftigen Beirat entsendet werden. Für den 28. September wird das Jugendamt eine konstituierende Sitzung einberufen, bei der die einzelnen Elternvertreter aufgestellt werden. Sie vertreten den örtlichen Beirat als beratende Mitglieder im Jugendhilfeausschuss. Der örtliche Beirat ist wahlfähig, wenn mindestens ein Drittel der Cottbuser Kindertagesstätten im Elternbeirat vertreten ist. Die Mitgliedschaft ist ehrenamtlich und endet, sobald das Kind die Betreuungseinrichtung verlässt. Aus der Mitte des Elternbeirates darf ein Vertreter gewählt werden, der in den Landeselternbeirat entsendet werden kann.

In Sachen Gründung und künftiges Vorgehen des Beirates will sich die Verwaltung weitgehend zurückhalten. Dennoch bietet das Jugendamt den Eltern und Kitas zur Beiratsgründung und bei inhaltlichen Fragen auch weiterhin Unterstützung an, denn einige Eltern befürchten Verständnisprobleme bei bürokratischen Vorgängen, wie am Donnerstag deutlich wurde.

Franziska Papaleo gehörte zu den fast 20 Vertretern der Elternschaft, die ins Stadthaus gekommen waren. "Ich finde es sehr gut, wenn das Jugendamt uns weiterhin unterstützt. Aber ich fand es schade, dass nicht so viele Kita-Vertreter anwesend waren", so die junge Mutter. Von der Kita Freundschaft in der Hufelandstraße war Kerstin Rehbein gekommen. Die Pädagogin befürchtet jedoch Probleme in der praktischen Umsetzung. "Noch klingt alles sehr vage, und ich bin mir nicht sicher, ob überhaupt ein Drittel für den Beirat zustande kommen wird", bezweifelt sie. Viele Eltern könnten sich aufgrund ihrer beruflichen Belastung dieses Engagement nicht leisten. Vor allem wenn das Kind nur noch ein oder zwei Jahre eine Kita besuche, würde sich der Aufwand für viele Eltern wohl nicht lohnen.