(pk) Die Information schmeckt niemandem: Ein Gespräch mit einem Vertreter des Blechen-Carré-Investors ist bislang nicht zustande gekommen. Darüber informiert Stadtverordnetenchef Reinhard Drogla (SPD) die Fraktionschefs während der Sitzung des Hauptausschusses am Mittwochabend. Im März hatte Cottbus die Kunde erreicht, dass die französischen Geldgeber das Interesse an der Erweiterung des Einkaufszentrums in der Stadtpromenade verloren hätten. Laut Reinhard Drogla hat es nun eine Verabredung zu einem Treffen nach Ostern in Cottbus gegeben. Demnach befindet sich der Investor derzeit noch einer Klärungsphase.

Die Information befeuert nochmals die Debatte um die Brache in der Cottbuser Innenstadt. Die Erweiterung des Blechen-Carrés ist seit zehn Jahren geplant und seither immer wieder verschoben worden. André Kaun, Fraktionschef der Linken, sinniert: „Vielleicht ist jetzt der Punkt erreicht, wo man noch einmal völlig neu über die Fläche nachdenkt und eine komplett andere Entwicklung einschlägt, als den Bau eines Einkaufszentrums.“ SPD-Fraktionschefin Lena Kostrewa zeigt sich konsterniert: „Das ist unzufriedenstellend. Es wird nur wieder alles aufgeschoben.“ Jürgen Siewert, Fraktionschef von Unser Cottbus/FDP, fürchtet: „Mit dem Wahlplakat gehen wir doch automatisch auf Konfrontation.“ Die SPD wirbt in der Innenstadt mit dem Slogan: „Weg! Mit dem Schandfleck.“

CDU-Fraktionschef Hagen Strese bemüht sich um Ideen für eine Zwischenlösung: „Die Initiative Schönes Cottbus könnte doch auch Geld sammeln, um wie früher mit dem Verschönerungsverein die Fläche wenigstens ansehnlich herzurichten.“

Das Geld für das 25-Millionen-Euro-Bauprojekt sollte vom französischen Energiekonzern EDF kommen. Dem Firmenkonglomerat gehört das Blechen-Carré und das benachbarte Baugrundstück.