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| 18:02 Uhr

Cottbus
Cottbuser bekommen neue Stromzähler

Solche digitalen Stromzähler werden ab Juni bei den ersten 4000 Kunden der Cottbuser Stadtwerke eingebaut.
Solche digitalen Stromzähler werden ab Juni bei den ersten 4000 Kunden der Cottbuser Stadtwerke eingebaut. FOTO: Uli Deck
Cottbus. Ab Juni bauen die Stadtwerke bei den ersten 4000 Kunden digitale Zähler ein. Sie sollen helfen, den Verbrauch besser zu regulieren. Aber ihr ganzes Potenzial schöpfen sie noch lange nicht aus. Dafür kosten sie ein bisschen mehr. Von Peggy Kompalla

Schuld ist das Gesetz über den Messstellenbetrieb und die Datenkommunikation in intelligenten Energienetzen. Kurz: Messstellenbetriebsgesetz. Es trat bereits vor zwei Jahren in Kraft. Die Cottbuser bekommen es nun erstmals zu spüren, wenn bei den ersten 4000 Stadtwerkekunden elektronische Stromzähler eingebaut werden, wie Jens Schober erklärt. Er ist der Geschäftsführer der Elektroenergieversorgung Cottbus (EVC) GmbH. Das Unternehmen gehört zu den Stadtwerken und betreibt unter anderem das Stromnetz.

Besagtes Gesetz verfolgt ein hehres Ziel: die Menschen sollen ihren Stromverbrauch besser regulieren – egal, ob als Kunde, als Stromlieferant oder als Netzbetreiber. Grundvoraussetzung dafür sind moderne Messeinrichtungen. Klaus Herold leitet bei der EVC das Messwesen und ist verantwortlich für die Umrüstung. „Wir nutzen den turnusmäßigen Zählertausch“, sagt er. Der Einbau werde bis zum Jahresende dauern. „Die Kunden bekommen 14 Tage vorher von uns Bescheid.“ Für die digitalen Geräte sei kein Internetzugang notwendig. „Derzeit werden noch keine Daten übertragen“, erklärt Klaus Herold.

Dabei erlangen diese modernen Messeinheiten erst durch die Datenübertragung ihr wahres Potenzial. Sie werden Teil eines intelligenten Messsystems. Genau das ist das Ziel. Der EVC-Chef erklärt: „Perspektivisch werden Messtellenbetreiber den Kunden eine Internetplattform zur Verfügung stellen, auf der sie ihre persönlichen Daten ablesen und den Verbrauch je nach Tarif steuern können.“ Doch das ist noch Zukunftsmusik. Denn dafür sind Zugänge – so genannte Gateways – nötig, die den Zähler mit den Netzbetreibern und den Stromlieferanten verbinden. Die sind aber immer noch nicht zugelassen.

Die neuen Stromzähler können schon ein bisschen mehr als die alten mechanischen mit der Drehscheibe. An den digitalen Geräten könne der Kunde ablesen, wie viel Strom er am Vortag, vergangene Woche oder im ganzen Monat verbraucht hat. „Der Verbrauch kann bis zu 24 Monate rückwirkend abgelesen werden“, erklärt Klaus Herold.

Die modernen Zähler kosten allerdings auch mehr. Für sie dürfen im  Jahr maximal 20 Euro berechnet werden. Das bedeutet ein Plus von etwa sieben Euro. Jens Schober rechnet aus: „Das macht 0,58 Euro mehr im Monat.“

In den nächsten drei Jahren müssen die Stadtwerke mindestens zehn Prozent der 57 000 Zählpunkte austauschen. So will es der Gesetzgeber. Der Messwesen-Chef Klaus Herold geht das Projekt strategisch an. „Wir werden straßenweise vorgehen – abhängig vom Alter der Eichfristen.“ Den Anfang macht demnach Stadtmitte – Marktstraße, Karl-Liebknecht-Straße, Brandenburger Platz und Schillerstraße. Es folgten Ströbitz und Sachsendorf. Die digitalen Stromzähler werden Klaus Herold zufolge von dem ortsansässigen Unternehmen Elektro Burdack eingebaut.