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| 18:33 Uhr

Cottbus
Cottbuser Augenärztin gibt Kassenmandat ab

Cottbus. Betroffene Patienten werden von Medizinern in der CTK-Poliklinik behandelt.

Die Cottbuser Augenärztin Marina Brauer ist seit Anfang des Jahres bei der CTK-Poliklinik in Cottbus angestellt und behandelt nur noch Privatpatienten. Das bestätigt die Kassenärztliche Vereinigung Berlin-Brandenburg (KVBB) auf Nachfrage. Ein Engpass bei der Patientenversorgung entstehe dadurch nicht, heißt es weiter.

Mehrere Hundert Patienten sind von der Neuregelung betroffen. „Ich hatte erst eine Augen-OP, brauche meine Tropfen und stehe nun erstmal ohne Augenarzt da“, sagt eine Cottbuserin am RUNDSCHAU-Reporter-Telefon. Ihren Namen will sie nicht in der Zeitung lesen. Dass sie trotz eines bereits vereinbarten Termins nicht mehr behandelt wird, bezeichnet sie als „Frechheit“. Die betroffene Augenärztin will gegenüber der RUNDSCHAU nichts sagen und verweist auf die KVBB.

„Frau Brauer hat zum Jahresende auf ihre Kassenzulassung verzichtet. Sie darf seitdem keine Patienten zulasten der gesetzlichen Krankenkassen mehr behandeln“, erklärt KVBB-Pressesprecher Christian Wehry. Grundsätzlich sei der Arztberuf ein freier Beruf und die Mediziner könnten auch frei entscheiden, ob sie gesetzlich versicherte oder ausschließlich Privatpatienten behandeln wollen. Allerdings sei der Anteil von Privatpatienten in Cottbus und dem gesamten Land Brandenburg noch „sehr gering“, räumt er ein.

Die Gefahr, dass durch die Aufgabe der kassenärztlichen Augenarztpraxis die Versorgung der Patienten in Cottbus in Gefahr ist, sieht Wehry nicht. „Es gibt in Cottbus elf Augenärzte. Dies entspricht einem Versorgungsgrad von 133 Prozent“, betont er. Das ist der dritthöchste Wert im Land Brandenburg. Zum Vergleich: Der Landkreis Spree-Neiße liegt bei 117 Prozent, Dahme-Spreewald bei 110,9 Prozent und Oberspreewald-Lausitz bei 102 Prozent.

Betroffene Patienten sollen sich jetzt möglichst an die CTK-Poliklinik GmbH (Tel. 0355 463366) wenden. Unter dem Dach der Tochtergesellschaft des Carl-Thiem-Klinikums arbeiten zwei weitere festangestellte Augenärzte in Cottbus. In der Anfangsphase könne es zu Kapazitätsproblemen kommen. „Nicht alle Patienten werden sofort einen Termin erhalten“, räumt Jenny Eggeling, Praxismanagerin der CTK-Poliklinik ein. Doch es werde versucht, möglichst zeitnah eine Behandlung zu ermöglichen, verspricht sie.

Die CTK-Poliklinik GmbH in der Thiemstraße hat vor drei Jahren den Betrieb aufgenommen. Rund 30 Ärzte in verschiedensten Fachrichtungen arbeiten hier in Festanstellung. Gewählt wird die Möglichkeit beispielsweise von älteren Medizinern, die ihre Nachfolge geregelt wissen wollen, so Eggerling. Unter den Angestellten seien aber auch junge Ärzte, die aufgrund ihrer familiären Situation das Risiko der Selbständigkeit scheuen.

(sha)