| 17:27 Uhr

Cottbuser Ärztin hilft Flüchtlingen aus Syrien

Die RUNDSCHAU begleitete die Cottbuser Ärztin Liv Fünfgeld im Frühjahr bei einem Einsatz in Kurdistan. In Sharya bildete sie junge Flüchtlinge in Basis-Physiotherapie aus.
Die RUNDSCHAU begleitete die Cottbuser Ärztin Liv Fünfgeld im Frühjahr bei einem Einsatz in Kurdistan. In Sharya bildete sie junge Flüchtlinge in Basis-Physiotherapie aus. FOTO: Peggy Kompalla
Cottbus. Die Cottbuser Allgemeinmedizinerin Dr. Liv Fünfgeld verbringt ihren Urlaub an der türkischen Mittelmeerküste. Doch statt in Izmir in der Sonne zu braten, wird sie sich um syrische Flüchtlinge kümmern. Das tut sie für die Menschen. Aber auch für sich selbst. Peggy Kompalla

Für die Cottbuser Ärztin Liv Fünfgeld ist soziales Engagement selbstverständlich. Im vergangenen Jahr übernahm sie die Koordination der medizinischen Grundversorgung von Flüchtlingen in Cottbus. Arbeitsreisen führen sie regelmäßig in Krisengebiete. "Ich könnte jetzt mit moralischer Verantwortung kommen", sagt sie. "Aber es ist einfach so, dass ich mich besser fühle, wenn ich etwas Gutes tue." So wird ihr nächster Urlaub Ende September auch viel mehr ein Einsatz als Erholung.

Sie fliegt nach Izmir an der türkischen Mittelmeerküste. "Das ist eine klassische Urlaubsgegend", sagt Liv Fünfgeld. Sie hat aber anderes im Sinn, will sich gemeinsam mit weiteren Freiwilligen um die medizinische Versorgung der rund 6000 syrischen Flüchtlinge kümmern. "Das sind Flüchtlinge mit offizieller Aufenthaltserlaubnis. Aber ohne Geld haben sie kein Dach, kein Essen, keine Bildung, keine medizinische Versorgung. Die Menschen leben auf der Straße. Sie haben nichts." Also halten sich die meisten in der Nähe von Landwirtschaften auf, wo sie sich ihr Essen verdienen und am Feldrand hausen.

In der Region ist keine große Hilfsorganisation im Einsatz. "Weil die Türkei offiziell kein Flüchtlingsproblem hat", sagt die Ärztin. Diese Lücke füllt der internationale medizinische Freiwilligendienst MedVint. "Die Freiwilligen nehmen alles auf die eigene Kappe." Das sind überwiegend junge Menschen am Ende ihrer medizinischen Ausbildung - Assistenzärzte und Hebammen. "Sie haben selber kaum Geld, deshalb möchte ich gern das Lager auffüllen", sagt die Cottbuserin. Pro Woche benötigen die Mediziner zwischen 300 und 500 Euro für Medikamente und Hygieneartikel.

"Das ganze funktioniert wie eine Hausarztpraxis mit 6000 Patienten. Für die chronischen Fälle werden Akten angelegt und an die neuen Freiwilligen übergeben." Die Ärzte, Studenten und Hebammen sind immer zwei Wochen im Einsatz. "Wir dürfen uns dabei nur nicht von der Polizei erwischen lassen."

Zum Thema:
Spenden können steuerabzugsfähig an den Münchner Verein Kinder auf der Flucht mit der Zweckbestimmung "UWC-x-refugees Liv Fünfgeld" bei der Ethik Bank überwiesen werden. IBAN: DE85 8309 4495 000 3330 230BIC: GENO DE F1 ETK.