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| 14:08 Uhr

Cottbus
Wohnflächen am Cottbuser Ostsee schon jetzt knapp

 Auch im Hafenquartier – hier der Siegerentwurf von den Hamburger fehlig & moshfeghi architekten gemeinsam mit dem Gartenlabor Landschaftsarchitektur Bruns – soll Wohnen möglich sein.
Auch im Hafenquartier – hier der Siegerentwurf von den Hamburger fehlig & moshfeghi architekten gemeinsam mit dem Gartenlabor Landschaftsarchitektur Bruns – soll Wohnen möglich sein. FOTO: fehlig & moshfeghi architekten
Cottbus. Bei der Eröffnung der 29. Cottbuser Umweltwoche gibt der Ostseemanager Einblick in die komplizierte Planung des Mammutprojekts. Von Andrea Hilscher

Dass der Cottbuser Ostsee in wenigen Jahren das größte künstliche Binnengewässer Deutschlands wird, hat sich mittlerweile herumgesprochen. Dass die Planer trotzdem mit Platzproblemen zu kämpfen haben, lässt allerdings so manchen Traum vom Wohnen am Wasser zunächst einmal verdorren.

Bei der Eröffnung der diesjährigen Cottbuser Umweltwoche im Carl-Thiem-Klinikum gab Ostseemanager Stefan Korb am Sonntag Einblick in das schwierige Geschäft der Planer.  „Leben und Wohnen am See ist nicht unser Schwerpunktthema, da haben wir derzeit weitaus kniffeligere Fragen zu lösen“, sagt Korb. „Aber das mit dem Wohnen ist die Frage, die die Menschen offenbar am meisten interessiert.“

 Umweltdezernent Thoas bergner (CDU) eröffnet die 29. Cottbuser Umweltwoche
Umweltdezernent Thoas bergner (CDU) eröffnet die 29. Cottbuser Umweltwoche FOTO: LR / Hilscher Andrea

Täglich bekommt Stefan Korb E-Mails von Menschen, die sich einen Traum erfüllen wollen. „Ich hätte gern ein Grundstück am See, können Sie mir helfen“, lautet die immer gleiche Frage. Und immer wieder muss Stefan Korb antworten: „Nein, helfen kann ich nicht. Noch nicht.“ Erst in drei oder vier Jahren sei die Planung so weit, um konkret auf derartige Fragen antworten zu können.

Ein Blick auf die Zahlen: Der Ostsee, der Mitte der 2020er-Jahre gefüllt sein soll, wird eine Fläche von 1900 Hektar  einnehmen, ein Wasservolumen von 126 Millionen Kubikmetern ist geplant. Riesig also. Aber: „Wir müssen quasi eine ganze Stadt auf links drehen“, sagt Stefan Korb. „Da, wo früher das laute und schmutzige Gewerbe beheimatet war, soll künftig die gute Stube von Cottbus liegen.“ Der Ostsee, der 19 Prozent städtischer Fläche einnimmt, verlangt ein Umdenken. Die Potenzialstudie von 2016 zeigt, wo nach jetzigem Stand Wohnen möglich sein wird. In Schlichow sind 30 bis 40 Wohneinheiten angedacht, sie alle liegen hinter dem jetzigen Lärmschutzwall. „Da muss es eine Lösung geben“, so Korb. „Wer am See wohnt, will den See auch sehen.“

Im Hafenquartier ist neben Wassersport und Gastronomie auch Wohnen geplant. In Neu Merzdorf an der B 168 sind 5,6 Hektar für rund 100 Wohneinheiten reserviert, direkt am Uferradweg. Lakoma und Willmersdorf  sind nicht als Wohnstandorte vorgesehen. In Teichland rechnen die Planer mit 16 Hektar, auf denen gebaut werden kann. 200 bis 300 Grundstücke, allerdings sollen dort auch Feriensiedlungen entstehen.

„Alles in allem rechnen wir mit 20 bis 40 Wohngrundstücken, die direkt am Ostseeufer liegen“, sagt der Manager. Viel zu wenig, um den großen Bedarf an Wassergrundstücken auch nur annähernd zu decken. Deshalb haben sich die Planer das Areal zwischen See und Stadt angeschaut. Eine Fläche von 500 Hektar entlang der sogenannten Seeachse müssen überplant werden. Die Herausforderung: Noch ist das Gelände wenig attraktiv. „Wer will schon neben Alba oder der JVA wohnen?“

Um die Wasserlinie des Ostsees zu verlängern, sollen künstliche Becken und Flussarme angelegt werden, die das Quartier attraktiver machen könnten. „Wir haben dabei mit Gefälle zwischen See und anderen Gewässern zu kämpfen“, sagt Stefan Korb. das aber, so seine Prognose, lässt sich lösen.

 Das ist der Siegerentwurf beim städtebaulichen Wettbewerb Hafenquartier Cottbus. Er stammt von den Hamburger fehlig & moshfeghi architekten gemeinsam mit dem Gartenlabor Landschaftsarchitektur Bruns.
Das ist der Siegerentwurf beim städtebaulichen Wettbewerb Hafenquartier Cottbus. Er stammt von den Hamburger fehlig & moshfeghi architekten gemeinsam mit dem Gartenlabor Landschaftsarchitektur Bruns. FOTO: fehlig & moshfeghi architekten