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Cottbus will Montag sein buntes Gesicht zeigen

Rund 1500 Cottbuser sind im vergangenen Jahr am 15. Februar auf die Straße gegangen, um zu zeigen, dass Cottbus eine bunte und tolerante Stadt ist.
Rund 1500 Cottbuser sind im vergangenen Jahr am 15. Februar auf die Straße gegangen, um zu zeigen, dass Cottbus eine bunte und tolerante Stadt ist. FOTO: pk
Cottbus. Seit sechs Jahren nutzt die NPD den Jahrestag der Bombardierung von Cottbus, um ihr Geschichtsbild in die Öffentlichkeit zu tragen. Dagegen macht das demokratische Cottbus auch am heutigen 15. Februar wieder mit friedlichen Protestaktionen mobil. Nicole Nocon

Auch in diesem Jahr rufen das Bündnis "Cottbus bekennt Farbe" und "Cottbus Nazifrei!" wieder alle Bürger der Stadt dazu auf, auf die Straße zu gehen und zu zeigen, dass Neonazis in Cottbus unerwünscht sind. "Wir bleiben dabei: Wir haben etwas gegen alte und neue Nazis!", heißt es in einem Aufruf des Aktionsbündnisses "Cottbus bekennt Farbe", zu dem sich die verschiedensten zivilgesellschaftlichen, kirchlichen und politischen Gruppierungen, Institutionen und Fraktionen zusammengeschlossen haben. Gemeinsames Ziel ist es, nach außen "ein gemeinschaftliches und deutliches Zeichen gegen die verfälschende Geschichtsauffassung der Neonazis" zu setzen. "Cottbus soll eine menschliche, weltoffene und tolerante Stadt sein und für ein friedliches Zusammenleben aller Menschen, ungeachtet ihrer Nationalität, Weltanschauung, Religion, Kultur, sexuellen Orientierung, Behinderung, Herkunft oder Hautfarbe stehen. In unserer Stadt werden keine rassistischen und neonazistischen Aktionen geduldet, die gegen die Demokratie und die Menschenwürde gerichtet sind. Rassismus und Antisemitismus dürfen keine Chance haben"- das will "Cottbus bekennt Farbe" vermitteln.

Das Aktionsbündnis lädt alle Cottbuser ein, sich am heutigen 15. Februar den friedlichen Protestaktionen anzuschließen.

Zwei Abholdemos werden am Nachmittag durch die Innenstadt ziehen. Das Motto lautet: "Cottbus für alle!". Alle Cottbuser sind eingeladen, sich einzureihen. Die Nordroute führt von der BTU über den Stadthallenvorplatz, den Altmarkt und den Schlosskirchplatz zum Brandenburger Platz. Dieser Zug startet um 17 Uhr. Die Demonstranten der Südroute laufen vom Sportlerdenkmal an der Dresdener Straße vorbei an Vattenfall, der Lila Villa, der Lutherkirche und dem Glad-House zum Brandenburger Platz, wo sie sich mit den Teilnehmern der Nordroute treffen. Gemeinsam geht es von dort zum Staatstheater.

Um 18 Uhr beginnt auf dem Schillerplatz die Abschlusskundgebung von "Cottbus bekennt Farbe". Als Redner werden unter anderem der Cottbuser Oberbürgermeister Holger Kelch (CDU), BTU-Präsident Jörg Steinbach, Vattenfall-Vorstandsmitglied Michael von Bronk und Kulturstaatssekretär Martin Gorholdt (SPD) erwartet.

"Cottbus Nazifrei!" und "Attack" laden ab 17.30 Uhr zu einer Kundgebung an der Bahnhofstraße/Ecke Stadtring ein. Unweit davon, am Bahnhof, wollen sich ab 17.45 Uhr die NPD-Anhänger treffen.

Bereits um 11.30 Uhr wird es in der Lutherkirche eine Gedenkandacht und ein gemeinsames Friedensgebet geben.

Ab 15 Uhr gibt es auf dem Schmellwitzer Muckeplatz Aktionen unter dem Motto "Bunter Tee statt brauner Soße".

Auch das Cottbuser Menschenrechtszentrum schließt sich dem friedlichen Protest an. Am heutigen Montag, bereits um 16.20 Uhr, wird im Versammlungssaal des Menschenrechtszentrums eine Andacht unter dem Nagelkreuz stattfinden. Im Anschluss lädt der Verein ein, sich um 17.20 Uhr am Glad-House in die Abholdemo einzureihen.

Zum Thema:
Am heutigen 15. Februar jährt sich zum 71. Mal der Bombenangriff auf Cottbus im Jahr 1945. Mehr als 400 Flugzeuge warfen ihre Bomben auf Cottbus und zerstörten weite Teile Südstadt. Auf dem Bahnhofsgelände wurde ein Munitionszug getroffen. Mehr als 1000 Menschen kamen bei dem Luftangriff ums Leben und mehr als 13 000 Menschen wurden obdachlos.