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Flüchtlingspolitik
Stadt fordert mehr Integrationshilfe

Cottbus. Thomas Bergner plädierte beim Bundesforum Mittelstand für mehr Möglichkeiten, mit Flüchtlingen ins Gespräch zu kommen. Von Ulrike Elsner

Die Stadt Cottbus hat bei der Landesregierung weitere Unterstützung bei der Integration von Flüchtlingen angefordert. Darüber berichtete der Leiter des Geschäftsbereichs Ordnung, Sicherheit, Umwelt und Bürgerservice Thomas Bergner bei einer Zusammenkunft des Bundesforums Mittelstand am Donnerstagabend im Altstadthotel am Theater. Bei einem Cottbus-Gipfel im Sozialministerium habe die Stadt unter anderem genügend Lehrer für Deutschkurse sowie Unterstützung im Sportbereich gefordert. Eine ganze Reihe von Asylsuchenden sei bereits in Sportvereine aufgenommen worden. „Über diesen Weg findet auch Integration statt“, sagte Bergner. Ebenso erfolgversprechend sei ein Verkehrstrainingsprogramm für Flüchtlinge und deren Eltern. „Da kommt man auch ins Gespräch. Das müssen wir ausweiten“, sagte der Geschäftsbereichsleiter.

Ebenso wichtig sei aber auch die Einhaltung der Stadtordnung. Bei denjenigen, die immer wieder auffällig werden, weil sie dagegen verstoßen, handle es sich um eine Gruppe von 15 Jugendlichen. Mit ihnen würden gemeinsam mit dem Jugendamt Gefährderansprachen durchgeführt. „Bei einigen haben wir es schon hingekriegt, dass sich ihr Verhalten ändert“, sagte Bergner. Bei der übergroßen Mehrzahl der Asylbewerber sei der Wille, sich zu integrieren, vorhanden.

Auf die Kritik von Axel Hübner, Mitglied der Bundesgeschäftsführung des Bundesforums Mittelstand, deutsche Medien unterstellten, in Cottbus demonstrierten Nazis, obwohl dies nicht der Fall sei, stellte Thomas Bergner klar: „Was die Demonstrationen betrifft, ist es mein Job, sicherzustellen, dass sie friedlich stattfinden können.“ Im Übrigen weise der Verfassungsschutzbericht für die Stadt 145 Rechtsradikale aus. Die Mehrheit der Demonstranten seien „besorgte Menschen dieser Stadt“. Das müsse man ernst nehmen.

Axel Hübner mahnte: „Cottbus befindet sich im Strukturwandel. Cottbus braucht ein gutes Image.“ Stattdessen werde die Stadt häufig in einem Licht dargestellt, das absolut schädlich für die ganze Region sei. „Ich bin viel in Guatemala, Kolumbien und in Zentralamerika unterwegs“, so Hübner weiter. „Dort fragt man: Was ist bei Euch los?“

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