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Perspektiven
Cottbus will fahrradfreundlich sein

Cottbus. Die Stadt wird Mitglied einer brandenburgweiten Arbeitsgruppe.

Die Stadt Cottbus wird Mitglied der Arbeitsgruppe Fahrradfreundliche Kommunen Brandenburg (AGFK). Einem entsprechenden Antrag der Grünen gab das Stadtparlament in dieser Woche sein Votum – jedoch nicht ohne einen Schlagabtausch.

Martin Kühne (Grüne) erklärte: „Wir meinen, mit diesem Schritt das Radleben in Cottbus zu stärken – sowohl für Alltagsradfahrer als auch Radtouristen.“ Dabei gehe es nicht nur um einen Erfahrungsaustausch der Kommunen, sondern insbesondere auch die Möglichkeit, gemeinsam Fördergeld für Radprojekte zu nutzen.

Das könnte Cottbus gut gebrauchen, versteht sich die Stadt doch als Fahrradstadt, hat aber kein Geld für die Rad-Infrastruktur. Verbesserungen gibt es immer nur im Zusammenhang mit Straßenbau. Aber selbst diese Investitionen werden immer wieder verschoben.

Martin Kühne zeigte Perspektiven auf: „Die CMT könnte mit der Mitgliedschaft in der Arbeitsgruppe werben und bei der Entwicklung des Ostsees werden Radwege eine wichtige Rolle spielen.“ Darüber hinaus habe das Land Brandenburg gerade eine neue Radverkehrsstrategie 2030 gebilligt. Ziel ist es, Fahrten vom Auto auf das Rad zu verlagern und ein radfreundliches Klima zu schaffen. Die Umsetzung der Ziele wird über eine interministerielle Arbeitsgruppe Radverkehr gesteuert – mit Unterstützung ebenjener Arbeitsgruppe Fahrradfreundlicher Kommunen, der nun auch Cottbus beitreten wird.

Jürgen Maresch (parteilos) machte aus seiner Ablehnung keinen Hehl. „Der Radverkehrsbeauftragte der Landesregierung macht diese Arbeit.“ Aus seiner Sicht sind die 3000 Euro Mitgliedsbeitrag im Jahr Verschwendung. Dem widersprach Steffen Picl (Linke): „Das ist sinnvoll angelegtes Geld und auch eine Selbstverpflichtung der Kommune.“ So sieht der Abgeordnete etwa noch dringenden Handlungsbedarf bei den Planungen für die Flaniermeile. Die soll keinen Radweg bekommen. Marianne Spring-Räumschüssel (AfD) störte sich am Zeitpunkt des Antrags: „Kurz nachdem wir den Haushalt beschlossen haben, kommt der Antrag. Das ist nicht sonderlich geschickt.“