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| 18:46 Uhr

Cottbus
Cottbus will weniger Party-Müll

Entsorgung Müll (Muell) nach dem Stadtfest.Oberkirchplatz .. Foto: Michael Helbig
Entsorgung Müll (Muell) nach dem Stadtfest.Oberkirchplatz .. Foto: Michael Helbig FOTO: Michael Helbig
Cottbus. Nach Festen sammeln sich Tonnen von Unrat. Die sollen schrumpfen. Das funktioniert mit Mehrweg, wie eine Masterarbeit beweist. Der Veranstalter will einen Test wagen. Von Peggy Kompalla

Die Zahlen sprechen für sich: Auf dem Stadtfest sammeln sich rund sieben Tonnen Müll an, während des Herbstmarktes sind es zwei Tonnen und der Weihnachtsmarkt in Cottbus bringt es gar auf rund 20 Tonnen Abfall. Diese Mengen lassen deutlich reduzieren. Zu diesem Ergebnis kommt Mandy Schönfelder nach eingehenden Untersuchungen für ihre Masterarbeit im Studiengang Nachhaltige Unternehmensführung an der Hochschule Eberswalde. Damit bietet sie der Stadt einen Leitfaden. Die Verwaltung kommt so einer Forderung des Stadtparlaments nach weniger Party-Müll nach. Angeregt hatten dies die Grünen und die Linke.

„Mehrweg-Systeme sind sinnvoll, um große Veranstaltungen der Stadt abfallärmer zu gestalten.“ Zu diesem Schluss kommt Mandy Schönfelder. Sie ist in Cottbus aufgewachsen, kennt die Feste der Stadt und hat in ihre Arbeit auch die Erfahrungen des Hauptveranstalters Coex einbezogen. „Mehrweg ist aber nur wirtschaftlich, wenn die Veranstaltungen groß genug sind und regelmäßig stattfinden“, ergänzt sie.

Denn Mehrweg bedeutet zunächst einmal Investitionen. Da wäre einmal neues Geschirr fällig. Aber auch die Reinigung des Mehrweggeschirrs kostet. Spülmobile sind nicht billig und können nicht an allen Standorten installiert werden. Aber es funktioniert, versichert sie. Demnach wird ein solches System auf der Berliner Fanmeile genutzt. Dort reichen zwei Geräte.

Mandy Schönfelder empfiehlt für Cottbuser Feste die Anmietung von Spülmobilen. Mithilfe von Sponsoren ließen sich die Kosten reduzieren. Sie hat gemeinsam mit der LWG Lausitzer Wasser GmbH in der Innenstadt mehrere Standorte bestimmt. Denn es sind nicht nur Anschlüsse nötig, sondern auch Hygienevorschriften müssen eingehalten werden.

Dagegen sei der Kauf des Geschirrs durch den Veranstalter nach einer Testphase sinnvoll. „Das Geschirr kann mit Stadtmotiven bedruckt werden“, ergänzt sie. So werde aus einem Becher ein Souvenir. „Das funktioniert bereits auf Weihnachtsmärkten sehr gut.“

Sybille Schneider leitet das Amt für Abfallwirtschaft und Stadtreinigung und sagt: „Wir empfehlen einen Test.“ Für die Umsetzung sei allerdings eine gewisse Logistik nötig. „Möglicherweise kann das zu Änderungen bei der Gestaltung der Märkte führen“, sagt sie und verspricht: „Wir setzen uns mit dem Veranstalter an einen Tisch.“

Manuela Damm von Coex sieht die Untersuchung positiv. „Müllvermeidung ist ein absolut vernünftiger Ansatz.“ Allerdings müsse das Mehrweg-System auch anwendbar und vor allem finanzierbar sein. „Die Preise sollen nicht für die Besucher, aber auch nicht für die Händler steigen, sonst kommen sie nicht mehr nach Cottbus.“ Das weiß auch Mandy Schönfelder: „Das System funktioniert nur gut, wenn es auch jeder mitträgt und davon überzeugt ist.“

Dass die Cottbuser ein Pfand annehmen, habe das Stadtfest gezeigt. Im vergangenen Jahr gab es auf jeden Plastik-Becher ein Pfand. „Die Becher kamen zu den Händlern zurück und sie konnten sie in den gelben Sack einsortieren“, berichtet Manuela Damm.

Mülltrennung sei allerdings nur ein Anfang. Jetzt ist der Veranstalter neugierig. „Wir holen uns Angebote ein. Wir wollen das Mehrweg-System auf jeden Fall testen.“