Von Christian Taubert

Es ist mehr als sechs Jahre her, da sind im Spreewaldhotel Raddusch verbal die Fetzen geflogen. Unmittelbar an der Kahnfahrt Raddusch hatten Umweltschützer der Politik vorgeworfen, untätig zuzuschauen, wie sich die Braun­färbung der Spree immer weiter in Richtung Biosphärenreservat Spreewald ausbreitet. „Es ist fünf nach zwölf“, war mit Blick auf die Eisenfracht in der Spree und deren Zuflüssen immer wieder und lautstark zu hören. Die Landespolitik hatte damals wenig zu entgegnen. Ein im Jahr 2012 gegründetes Aktionsbündnis „Klare Spree“ mit einer Reihe von Kommunalpolitikern, deren Orte zu den Betroffenen gehörten, forderte ein Handeln des Bergbausanierers LMBV. Doch der hatte im Jahrzehnt bis zum Jahr 2010 gar keinen Auftrag, sich um dieses Problem zu kümmern, hat der Leiter der Projektgruppe Gewässergüte Fließgewässer Lausitz der LMBV, Sven Radigk, jüngst vor dem Aktionsbündnis in Neuhausen (Spree-Neiße) noch einmal in Erinnerung gerufen.

Darauf hat der Potsdamer Landtag im Januar 2013 mit einem Zehn-Punkte-Programm voller Aufgaben für den Bergbausanierer reagiert. „Die Sofortmaßnahmen für den Spreewald sind noch zur rechten Zeit gekommen, also eher fünf vor zwölf“, verweist Radigk auf den schneller als vorhergesagten Grundwasserwiederanstieg nach der Kohle. Der seit 2013 die LMBV-Projektgruppe leitende Fachmann versucht seither mit seinem Team, Lösungen gegen die Eisenfracht in den Tagebaufolgelandschaften zu finden und zu realisieren. „Weltweit einmalige Lösungen“, fügt er hinzu und verweist auf die bisher eingesetzten 52 Millionen Euro.

Radigk nennt Resultate, die auch vom Aktionsbündnis honoriert werden. So ist die Eisenfracht, die sich im Nordraum Richtung Spreewald bewegt, seit 2012 um 80 Prozent reduziert worden. Und im Südraum konnten die Eiseneinträge in der Spree, von saisonal vier bis acht  Milligramm/Liter auf 0,5 bis zwei mg/l am Ablauf der Talsperre Spremberg verringert werden. „Wir sind auf einem guten Weg, aber noch längst nicht am Ziel“, sagt Sven Radigk und erläutert, was bisher im Süd- und Nordraum der Spree zur Eindämmung der Eisenfracht geführt hat.