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Cottbuser Baustellenloch
Warten auf ein Wort des Investors

Cottbuser Blechen Carré
Cottbuser Blechen Carré FOTO: Helbig/mih1 / Michael Helbig/mih1
Cottbus. Politik und Verwaltung der Stadt Cottbus fordern von der EKZ Stadtpromenade Cottbus GmbH endlich Klarheit über die Zukunft des geplanten Einkaufszentrums in der Cottbuser Innenstadt. Oberbürgermeister Holger Kelch (CDU) erklärt am Mittwoch vor dem Stadtparlament: "Der Investor ist am Zug. Peggy Kompalla

Wir erwarten, dass das Unternehmen Sie als Stadtverordnete und die Öffentlichkeit zügig über seine weiteren Pläne informiert." Im Nachsatz fügt er an: "Als Stadtverwaltung haben wir unseren Teil geleistet, um diese prägende Fläche zu entwickeln."

Tatsächlich sind Stadtverwaltung und Politik dem Bauherren jüngst weit entgegengekommen. Für den Anbau des Blechen-Carrés muss das Unternehmen nun deutlich weniger Parkplätze schaffen und auch deutlich weniger Geld für die Stellplatzablöse zahlen - nämlich nur 300 000 Euro statt 900 000 Euro. Damit wurde im April ein Stein zur Baugenehmigung aus dem Weg geräumt. Allein diese liegt selbst heute noch nicht vor, weil noch immer nicht alle Unterlagen bei der Stadt abgegeben wurden und Unterschriften fehlen.

Der Oberbürgermeister erinnert am Mittwoch an den bisherigen Werdegang. Demnach war die Eröffnung des Blechen-Carrés vor neun Jahren der "vorläufige Höhepunkt in einer insgesamt verkorksten Geschichte, deren Ursprünge schon die Oberbürgermeister-Wahl 2002 maßgeblich bestimmten". Damals wurde Karin Rätzel (parteilos) zum Stadtoberhaupt gewählt - mit dem Versprechen, den Hamburger Investor ECE zu verhindern, der in Europa Marktführer im Bau von innerstädtischen Einkaufszentren ist. Tatsächlich zog sich das Unternehmen im Jahr 2004 aus Cottbus zurück. Rätzel selbst wurde zwei Jahre später von den Cottbusern abgewählt.

Der neue Investor erwies sich indes im Laufe der Jahre als ein schwieriger Partner. Das Verhältnis war zwischenzeitlich so zerrüttet, dass das Stadtparlament der EKZ GmbH die Baugenehmigung entzog. Es folgte ein zweiter Anlauf mit Auflagen und einem Bürgerbeteiligungsverfahren. Der Oberbürgermeister betont: "Wie das zweite Einkaufszentrum aussehen soll, ist seit dem Verfahren im Herbst 2015 vereinbart, und daran halten wir fest." Seither sprießt nur das Unkraut auf der Brache in der Stadtpromenade.

Längst wird in Cottbus hinter vorgehaltener Hand erzählt, dass sich die EKZ GmbH zurückziehen will. Gegenüber der RUNDSCHAU widersprach Geschäftsführer René Becker am Montag dem Gerücht. "Wir bringen die Sache, die wir angefangen haben, zu Ende. Wie wir das tun, kann uns niemand vorschreiben." Demnach seien weitere Verhandlungen nötig. Dabei ginge es um Baupreise, aber auch die Vermietung des Centers. Anfang nächsten Jahres könne mit dem Bau begonnen werden. Unterdessen wird die Liste der Eröffnungstermine immer länger: Ostern 2012, Oktober 2012, Oktober 2013, Frühjahr 2014, Herbst 2014, Frühjahr 2015 und zuletzt Herbst 2017. Und demnächst?