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| 19:31 Uhr

Sicherheitszonen
Waffenverbote in Cottbus – so funktioniert es beim Vorbild Hamburg

Solche „Waffen verboten“-Schilder weisen auf die Waffenverbotszone an der Reeperbahn in Hamburg hin.
Solche „Waffen verboten“-Schilder weisen auf die Waffenverbotszone an der Reeperbahn in Hamburg hin. FOTO: dpa / Christian Charisius
Cottbus. Cottbus will Waffenverbotszonen nach dem Vorbild der Hansestadt Hamburg einführen. LR Online hat bei der Hamburger Polizei nachgefragt, wie die Waffenverbote und Strafandrohungen an der Reeperbahn und am Hansaplatz wirken. Von Daniel Steiger

In der Stadt Cottbus soll es neben dem Alkoholverbot künftig auch Gebiete geben, in denen das Führen von Waffen und waffenähnlichen Gegenständen verboten ist. Als Vorbild soll dabei die Stadt Hamburg dienen. Die Cottbuser Behörden wollen dabei von den Erfahrungen in Norddeutschland profitieren. Die RUNDSCHAU hat bei der Hamburger Polizei zum Thema Waffenverbotszonen schon mal nachgefragt und gibt einen Überblick mit Fragen und Antworten zum Thema.

Welche Gegenstände sind in der Waffenverbotszone verboten?

Seit Dezember 2007 ist in Hamburg rund um die Reeperbahn und den Hansaplatz das Führen von Waffen und gefährlichen Gegenständen verboten. Nach Auskunft der Polizei ergänzt diese Verordnung die bestehenden Regelungen des Waffengesetzes. Verboten sind demnach: Schusswaffen, alle Arten von Schreckschusswaffen, Hieb-, Stoß- und Stichwaffen, Messer (auch Taschenmesser), Reizgassprays, Elektroschockgeräte, Knüppel aller Art sowie Handschuhe mit harten Füllungen.

Gibt es Ausnahmen?

Ausnahmen in den Hamburger Waffenverbotszonen gelten für Polizei, Ordnungsdienst, Feuerwehr, Rettungsdienste, Geldtransporte, Zollverwaltung und Bundeswehr. Für Privatpersonen gilt das Verbot auch, selbst wenn diese eine Erlaubnis zum Führen einer Waffe haben. In diesem Fall dürfen Anwohner eine Waffe nur tragen, wenn diese nicht zugriffsbereit transportiert wird, heißt in einem geschlossenen und gesicherten Behältnis.

Welche Strafen drohen?

Verstöße können mit Geldbußen von bis zu 10 000 Euro geahndet werden, zudem können die mitgeführten Waffen und Gegenstände von der Polizei eingezogen werden.

Wie viele Verstöße ahndet die Hamburger Polizei gegen das Waffenverbot jährlich?

Laut einer Statistik, die die Polizei vor ein paar Wochen als Antwort auf eine kleine Anfrage im Hamburger Senat veröffentlichte, wurden im vergangenen Jahr 397 Verstöße gegen die Verordnung festgestellt, im Jahr 2016 waren es sogar 425. Noch im Jahr 2011 stellte die Hamburger Polizei in den beiden Waffenverbotszonen 223 Verstöße fest. Die Zahlen sind demnach zuletzt stark gestiegen. Im vergangenen Jahr wurden insgesamt 45 238 Euro an Buß- und Verwarngeldern ausgesprochen.

Wie schätzt die Hamburger Polizei den Erfolg der Waffenverbotszonen ein?

Nach Einschätzung der Hamburger Polizei hat sich die Einrichtung der Waffenverbotsgebiete bewährt. Als Begründung schreiben die Beamten in der Antwort auf die oben erwähnte kleine Anfrage: „Der Polizei ermöglichen die ausgeweiteten Eingriffsbefugnisse im Vorfeld von Gewaltstraftaten Maßnahmen, die ein höheres Kontroll- und Entdeckungsrisiko für potenzielle Gewalttäter bedeuten. Die Sicherheit der Bürger wird innerhalb der Waffenverbotsgebiete somit erhöht.“