(hil) Matthias Heine ist stellvertretender Theaterchef am Piccolo. Philipp Gärtner betreibt mehrere Kult-Kneipen in der Stadt. Michael Schlottke kennen Musikfans vor allem als Ex-Bassisten der Band SPN-X. Paul Weißflog hat sich als Initiator eines Volksbegehrens gegen die Fusion von BTU und Fachhochschule einen Namen gemacht.  Jetzt kandidieren sie bei der Cottbuser Kommunalwahl – für unterschiedliche Parteien.

„Wir haben zusammengesessen und über die Lage hier in der Stadt gesprochen“, erinnert sich Matthias Heine, der für die Linke ins Rennen geht. „Wir haben gemerkt: Wenn wir etwas bewegen wollen, müssen wir raus aus unserer Komfortzone.“ Etwas bewegen, das heißt für die Vier vor allem: einen Rechtsruck verhindern. „Wir wollen die Stadt nicht der AfD überlassen“, sagt Heine, und sein Freund Philipp Gärtner ergänzt: „Wenn wir es schaffen, möglichst viele Leute an die Wahlurne zu bringen, die sonst nicht so viel von Politik halten, dann ist doch viel gewonnen.“

Gärtner tritt für „Unser Cottbus“ an, Schlottke für die Grünen, Weißflog für die SPD. Kultur ist ihnen wichtig, also haben sie kurzerhand ein Bandprojekt ins Leben gerufen. „Und wer zusammen Musik macht, der kann auch zusammen Politik verändern“, sagt Matthias Heine.

„Zusammen“ ist das Zauberwort der Vier. Ihren Wahlkampf bestreiten sie gemeinsam, hauptsächlich im Internet mit witzigen Fotos und lockeren Sprüchen. Der Hintergedanke dabei ist ernst. „Wir wollen hier Sachpolitik machen, ohne Parteiengezänk“, sagt Gärtner. Deshalb der gemeinsame Wahlkampf, deshalb auch eine gemeinsame Wahlparty, am Sonntagabend im Scandale. „Ich habe alle anderen Parteien und Wählergruppierungen dazu eingeladen“, sagt Gärtner. Geantwortet habe ihm bisher niemand. „Die Einladung steht trotzdem.“