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Cottbus und Forst bleiben Spitzenreiter beim Fahrradklau

FOTO: Corepics VOF (20731007)
Cottbus/Spree-Neiße. Mit deutlich mehr Kriminalität als in den Vorjahren hatte es die Polizei der Inspektion Cottbus/Spree-Neiße 2014 zu tun. Von 18 945 Fällen 2013 ging auf 21 992. Und das liege nicht nur an der nachgebesserten Zählweise. Annett Igel-Allzeit

"Neben mehr Eigentumsdelikten hatten wir mehr Fälle in der Rauschgiftkriminalität und bei den Rohheitsdelikten", sagt Bettina Groß, Leiterin der Polizeiinspektion. Im Vorjahr wurden in Cottbus 2022 und in Spree-Neiße 1951 Fahrräder gestohlen. Das sind insgesamt 872 Drahtesel mehr als 2013. Spitzenreiter bleibt im Kreis die Stadt Forst mit 952 Fahrrädern. Dass es in Forst heftiger zugeht als in Guben mit 511 geklauten Fahrrädern kann sich die Polizei nur durch die örtlichen Gegebenheiten erklären - der Anstieg um 45 Prozent sei in beiden Städten gleich.

Die Täter greifen sich zum Beispiel am Forster Freibad die Räder und radeln direkt über die Grenze. Marco Mette, Leiter des Kriminalkommissariats: "Die Banden sind entlang der gesamten Grenze unterwegs - im Urlaub in Heringsdorf bekam ich mit, dass dort dieselbe Bande zuschlug wie hier in der Lausitz." Zudem schickten die Banden vermehrt 15-, 16-jährige Jugendliche los. "Werden sie gefasst, fällt das lediglich ins Jugendstrafrecht." Und deutsche Schüler besserten sich in den Ferien mit dem Fahrradklau ihr Taschengeld auf.

Immerhin ist in Spremberg der Fahrraddiebstahl um 37 Prozent auf 161 Räder zurückgegangen. Auch konnten einige Diebe gestellt werden - die Aufklärungsquote in Cottbus liegt fast bei 25 Prozent. Aber das gelinge nur mit großem Personalaufwand.

Bei den Autodiebstählen sank die Aufklärungsquote um 1,2 Prozent auf 17,7 Prozent. Insgesamt wurden 2014 im Inspektionsbereich 1988 Fälle von Kriminalität rund ums Auto registriert, 2013 waren es 1877 Fälle. "Aber die Bürger versuchen ihre Fahrzeuge besser zu sichern - das zeigt uns die höhere Versuchsquote", sagt Bettina Groß. Bei 465 registrierten Autodiebstählen 2014 waren 310 Autos weg, in 155 Fällen blieb es beim Versuch. "In der Werkstatt seines Vertrauens nachzufragen, lohnt sich", rät die Inspektionsleiterin.

542 Fälle von Gewalt zählte die Polizeiinspektion 2014 - darunter 173 Raubüberfälle. 2013 waren es 457 Gewaltdelikte und 103 Raube. Die Rauschgiftkriminalität kletterte von 412 auf 667 Fälle. Oft bestehe ein Zusammenhang zu Eigentums- und Gewaltdelikten. Eine Gruppe junger, beruflich gescheiterter Erwachsener, die zur Droge Crystal greifen, fällt der Polizei inzwischen als Intensivtäter auf. Bei 80 bis 100 Euro liege der Grammpreis für Crystal derzeit. Und die Händler, so Mette, nehmen inzwischen auch geklaute Kreditkarten.