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| 18:00 Uhr

Das Advents-Ranking in den sozialen Medien
Cottbuser Weihnachtsmarkt - heiß diskutiert

Weihnachtlicher Budenzauber.
Weihnachtlicher Budenzauber. FOTO: Tino Schulz
Cottbus. „Weihnachtsmarkt nur mittelprächtig“ - der Beitrag ist im Netz ausführlich kommentiert worden, auch mit einigen „Neuerer“-Vorschlägen. Von Sybille von Danckelman

Cottbus Rund 170 Facebook-Einträge für den Cottbuser Weihnachtsmarkt der 1000 Sterne hat Testberichte.de ausgewertet. Wenig weihnachtliche, gemütliche Stimmung - in diese Richtung gingen viele Kommentare. Am Ende gab es für den Markt nur 3,6 von den möglichen 5 Sternen.

LR-Online-Umfrage: Gut so, wie er ist

Auf LR-Online sieht das Ergebnis einer Umfrage etwas anders aus. Wir hatten zeitgleich mit der Veröffentlichung des Beitrags über das Advents-Ranking unsere Leser zum Abstimmen (Super - geht so - schlecht) aufgefordert. Quasi auf den letzten Metern haben doch viele Leser dafür gestimmt, dass der Cottbuser Weihnachtsmarkt genau so ist, wie ein Weihnachtsmarkt sein sollte. 48 Prozent waren es. Zehn Prozent weniger ärgern sich darüber, dass es jedes Jahr das Gleiche ist. Und 13 Prozent haben abgestimmt für „geht so, habe schon bessere Weihnachtsmärkte gesehen“.

LR-Facebook-Seite: Das sagen Nutzer

Cottbus und der Weihnachtsmarkt - das ist ein heiß diskutiertes Thema. Auf der RUNDSCHAU-Facebook-Seite haben sich viele zu dem Beitrag „Cottbuser Weihnachtsmarkt nur mittelprächtig“ zu Wort gemeldet. Kritik sei „vollkommen berechtigt“, schreibt eine Nutzerin: „Seit Jahren keine Entwicklung zu sehen... an den Buden meist nur Partymusik, immer die gleichen Sorten Glühwein, oft noch im Becher. Kaum gesunde leckere Alternativen zu Bratwurst und Co. Kaum weihnachtliches Handwerk oder traditionelle Angebote an Geschenkartikeln...“ Ein anderer schreibt: „Ist doch schon seit Jahren so... ich sag nur Buden mit Billig­ramsch.“ Weiterer Eintrag: „Tja ideenlos organisierte Fress- und Saufveranstaltung.“

Einem Nutzer gefällt der Stand mit den Herrnhuter Sternen, „jedes Jahr immer wieder und er passt auch dort hin und in die schöne Adventszeit“, schreibt er. „Ich find’ den Weihnachtsmarkt in Cottbus nicht schlecht...ihr habt wenigstens mehr als fünf Stände“, wird ebenso kommentiert.

 Der Stand mit finnischem Flammlachs, rustikal am offenen Feuer zubereitet, erweitert das kulinarische Angebot auf dem Weihnachtsmarkt.
Der Stand mit finnischem Flammlachs, rustikal am offenen Feuer zubereitet, erweitert das kulinarische Angebot auf dem Weihnachtsmarkt. FOTO: Tino Schulz

Dann wieder kritische Töne. „Ja, wer Weihnachtsflair sucht und das Besondere, ist hier wirklich fehl am Platze. Ein Weihnachtsmarkt muss nicht über Wochen gezogen werden - lieber klein und fein und Klasse statt Masse.“

Ein Nutzer findet das Ranking „unseriös, weil zu den Vorjahren beliebig erfasste Meinungen unhinterfragt zusammengefasst wurden“. Und am Ende, so führt er weiter aus, entspreche der Platz 72 etwa dem Platz der Stadt im Größenvergleich - also auch dem Publikums- und Kaufkraft-Volumen.

Ein weiterer Nutzer sucht nach Gründen für die Unzufriedenheit: „Das kommt, wenn der Veranstalter immer der gleiche bleibt und das Konzept auch.“ Ein Schreiber meint, ein neuer Veranstalter würde neue Ideen und Konzepte mitbringen.

So reagiert Veranstalter Coex

Viele Händler und Handwerker kommen nicht mehr zum Weihnachtsmarkt, da die Kaufkraft gleich null ist. Schöne und handwerkliche Stände sind bei uns generell von Standgeld befreit, da der Umsatz deren Kosten nicht decken würde.

Keine regionalen Stände auf dem Weihnachtsmarkt - stimmt nicht. Coex verweist auf Eis-Greschke, Festzeltbetriebe Bereit, Schlodder Gastronomie (Kartoffelkiste), Hajek von Café Lauterbach, Pantoffelmarkt Hammel, FC Energie Cottbus, Lions-Hilfswerk aus Cottbus.

Auch haben wir 17 Stände mit Weihnachts-Geschenkartikeln (erzgebirgische Holzartikel, Glasschmuck, Kerzen, Keramik, handgefertigte Weihnachtskränze- und gestecke). Wir sind jedes Jahr aufs Neue bemüht, schöne Stände und neue Sortimente auf den Weihnachtsmarkt zu holen, wir können aber niemanden zwingen.

LR-Facebook: Das schlagen Nutzer vor

Vielleicht mal auf dem Stadthallen-Vorplatz eine Eislaufbahn? Vielleicht auch Stände, wo man mit Kindern basteln kann? Wie wäre ein aufgewärmtes Zelt, wo gemeinsam Stollen, Lebkuchenhäuser gebacken werden können, aus Holz, Gips, oder Bastelmaterial Weihnachtsdeko erstellen. Dieses kann dann gegen einen Obolus mitgenommen werden.

Eine andere Nutzerin wünscht sich einen Weihnachtsgeschichten erzählenden Weihnachtsmann mit hochwertigem Kostüm. Mit einem goldenen Buch, in das Eltern kleine Geschenke für ihre Kinder hinterlegen können und der Name im goldenen Buch vermerkt ist. Anschließend ist ein Profifoto möglich. Dafür gibt es es eine Hütte mit Weihnachtsohrensessel. Die Frau bietet sich auch gleich als ehrenamtliche Hilfe an.

Das sagt Veranstalter Coex zu den Vorschlägen

Leider können wir durch den enormen Kostenanstieg - Anpassung des Sicherheitskonzepts, Erhöhung der Gema-Gebühren (mehr als 100 %), Personalkosten - nicht alles und vor allem nicht alles sofort umsetzen. Jedes Jahr werden sämtliche Dekorationsartikel entwendet – sei es der Jesus in der Krippe, die Dekoration auf der Bühne oder ganze Weihnachtsbäume. Der Weihnachtsmarkt finanziert sich ausschließlich über Standgebühren, und so bleiben auch für uns manche Wünsche nicht realisierbar.

Aktionen wie eine Eisbahn, ein Märchenzelt für die Kinder, ein Bastelzelt hatten wir bereits – diese wurden aber kaum angenommen und finden deshalb nicht mehr statt.

Die Idee mit der Weihnachtsmannhütte finden wir ganz toll und wollen das im nächsten Jahr gerne realisieren.

Das sagt die Stadtverwaltung Cottbus

Der Weihnachtsmarkt in Cottbus ist der einzige in der Region Südbrandenburg, der bis zum 23.12. täglich geöffnet hat und versteht sich auch als Angebot an die gesamte Region.

Der Veranstalter hat sich in einer Ausschreibung durchgesetzt. Mit dem Unternehmen ist die Verwaltung in stetem Kontakt. Uns ist bewusst, dass die Ausrichtung solcher Märkte nicht einfach ist und letztlich auf finanziell auf soliden Füßen stehen muss. Dazu ist eine Mischung verschiedener Angebote notwendig. Insgesamt gehört sicher auch eine Portion Partymusik auf einen solchen Markt, der den Besuchern – darunter vielen jungen Menschen – Freude und Spaß bereiten soll. Dass im Detail manches besser und manches schlechter gelingt, liegt in der Natur eines solchen Marktes und ist Gegenstand gemeinsamer Auswertungen zwischen Stadt und Veranstalter.

Der Betrieb einer Eisbahn wird seit vielen Jahren gewünscht; die Finanzierung ist jedoch kaum zu stemmen – nicht nur angesichts von Temperaturen weit über dem Gefrierpunkt.