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Cottbus sucht seine Zukunft

Cottbus. Was will Cottbus sein? Das soll das neue Leitbild der Stadt beantworten. Nachdem mehr als 100 Fachleute auf diese Frage ihre Antworten gefunden haben, sind jetzt die Cottbuser dran. Dabei geht es nicht allein um das Image, sondern in erster Linie um Entwicklungsschwerpunkte. Peggy Kompalla

"Eine Stadt ist keine Schuhcremefabrik", sagt Gabi Grube. Dann wäre die Strategie von vornherein klar. Dagegen ist die Arbeit an einem Leitbild für Cottbus harte Arbeit. Dafür hat die Chefin des Stadtmarketingverbandes nicht nur zahlreiche interne und externe Analysen zusammengetragen, sondern auch das Fachwissen von mehr als 100 Experten aus Wirtschaft, Kultur, Politik und Verwaltung genutzt. In zwei Klausuren entstand so ein Leitbild-Entwurf.

"Eine Stadt muss wissen, wo sie hin will, was das Ziel ist", sagt sie und fasst damit einfach zusammen, wozu das Strategiepapier nötig ist. "Ein Leitbild ist gerade für eine Stadt wichtig, die nicht viel Geld hat. Denn sie muss sich auf bestimmte Gebiete konzentrieren", ergänzt sie. So sind auch im Leitbild-Entwurf Leitprojekte formuliert - wie etwa der Ostsee, Weltkulturerbe für Park und Schloss Branitz, ein Existenzgründerzentrum auf dem BTU-Campus, der Ausbau des Radwegenetzes oder eine bessere Verkehrsanbindung der Stadt auf Straße und Schiene. "Das sind Ziele, auf die wir uns berufen können, um dafür Geld auszugeben und andere Projekte eben abzulehnen", erklärt Gabi Grube. "Damit können wir auch gegenüber dem Land viel besser deutlich machen, was uns wichtig ist."

Doch nicht nur die Experten sollen dazu gefragt werden. "Wir wollen die Meinung der Bürger dazu erfahren", betont Gabi Grube. Die Cottbuser können sich deshalb ab sofort im Netz oder per Post zu Wort melden (siehe Hintergrund).

Der Leitbild-Entwurf steht im Internet. Neben dem Fundament für eine lebenswerte Stadt sind darin vier Handlungsfelder formuliert:

Alte und neue Kulturlandschaften im Sinne Fürst Pücklers.Die BTU als Impulsgeber für Forschung, Technologietransfer und Fachkräfte.Stadt mit Tatkraft für Energie, Wirtschaft und Innovation.Leuchttürme der Sport- und Kulturstadt.Zu jedem Feld finden sich im Internet mehrere Unterpunkte: Was wir sind. Was wir sein wollen. Was wir dafür tun wollen. Alle einzelnen Punkte können per Mausklick positiv oder negativ bewertet werden. "Die Leute sollen Lust bekommen, über ihre Stadt zu reden und sich Gedanken machen", wünscht sich die Stadtmarketingchefin.

Das Leitbild wird Anfang 2017 dem Stadtparlament zum Beschluss vorgelegt. Das fertige Papier soll dann nicht nur im Netz stehen, sondern auch an alle Haushalte gehen.

Zum Thema:
Die Cottbuser können den Entwurf des Leitbildes für die Stadt bewerten, eigene Anregungen geben und Gedanken äußern. Es steht im Netz unter www.stadtmarketing-cottbus.de . Die Seite bietet bis zum 31. Oktober die Möglichkeit, einfach per Mausklick eine Bewertung abzugeben. Ausführliche Aussagen können per E-Mail an gabi.grube@stadtmarketing-cottbus.de übermittelt werden. Darüber hinaus hängen in beiden Rathäusern Plakate mit den Grundthesen des Leitbildes. Anregungen dazu können auch per Post geschickt werden an die Geschäftsstelle des Stadtmarketingverbandes, Neumarkt 5, 03046 Cottbus.