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Cottbus stellt sich auf weiter steigende Flüchtlingszahlen ein

Cottbus. Sozialdezernent Berndt Weiße rechnet auch für das laufende Jahr mit stetig steigenden Zahlen von Flüchtlingen und Asylbewerbern, die in Cottbus untergebracht werden müssen. hil

Nach derzeitigem Stand erwartet das Land für 2015 ein Aufnahmesoll von 8507 Personen. Cottbus müsste demnach 327 Flüchtlinge unterbringen, dazu weitere zwölf aus dem letzten Jahr. Weiße: "Wir wissen, dass diese Prognosen laufend nach oben korrigiert werden, rechnen daher mit rund 500 Neuankömmlingen."

Um alle Asylbewerber unterzubringen, ist die Verwaltung kontinuierlich dabei, Wohnungen in Sachsendorf und anderen Stadtteilen herzurichten. Berndt Weiße: "Auf diese Weise sollen im Laufe des Jahres, möglichst schon bis Ende des dritten Quartals, 250 bis 270 zusätzliche Plätze geschaffen werden."

Derzeit liegt die Kapazität in der Gemeinschaftsunterkunft und in angemieteten Übergangswohnungen bei 241. Ängste, dass die Stadt irgendwann mit übergroßen Zahlen an Neuankömmlingen zu kämpfen habe, beschwichtigte der Dezernent. "Erstens haben wir zehnmal mehr leer stehende Wohnungen als wir für die Unterbringung brauchen, und zweitens ziehen immer wieder Flüchtlingen um." Vor allem Asylbewerber, die ein dauerhaftes Bleiberecht erhalten, bleiben nur selten in Cottbus. Sie ziehen zu Familienmitgliedern, die bereits in der Nähe von Großstädten wohnen, auch in Europa können die anerkannten Flüchtlinge frei umziehen.

In der Gemeinschaftsunterkunft Hegelstraße leben derzeit 231 Menschen, die meisten aus Syrien (49), Serbien (42) und der Russischen Föderation. In eigenen Wohnungen sind 97 Menschen untergebracht, hier kommt die Mehrzahl aus der Russischen Föderation (44) und der Türkei (12). Die Kosten für die Unterbringung werden vom Land mit Hilfe von Fallpauschalen übernommen, die allerdings einen großen Verwaltungsaufwand für die Stadt mit sich bringen. Auch bei der Kinderbetreuung gebe es noch Lücken. Schulkinder, die in Sachsendorf an Grund- und Oberschule unterrichtet werden, seien oft traumatisiert, haben teilweise noch nie in ihrem Leben eine Schule besucht. "Das Land zahlt inzwischen zusätzliche Lehrerstunden für diese Kinder, eine therapeutische Begleitung müssen wir aber aus eigener Kraft leisten."