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| 19:47 Uhr

Jugendförderung
Stadt stellt Jugendförderplan 2019 vor

Cottbus. Mit steigenden Personalkosten werden die Mittel für die Träger immer knapper. Von Daniel Schauff

Gut 2,3 Millionen Euro wird die Stadt Cottbus auch im kommenden Jahr für die Jugendhilfe ausgeben – eine feste Summe, die sich die Träger in den Stadtteilen teilen müssen. Dass der Bedarf dort höher liegt, zeigt die beantragte Summe für 2019. Laut André Schneider, dem Leiter des Cottbuser Jugendamts, sind Anträge über insgesamt 2,9 Millionen Euro bei der Stadt eingegangen. Die Folge: Einige Träger der Jugendhilfe müssen mit weniger Geld als offenbar notwendig auskommen. Eine immer schwieriger werdende Aufgabe. Georg Simonek (AfD) spricht die steigenden Tariflöhne an. Schneider bestätigt: Solange es bei der gedeckelten Summe von gut 2,3 Millionen bleibt, die der Stadt für die Jugendhilfe zur Verfügung stehen, können Tarifänderungen bei der Jugendförderung nicht berücksichtigt werden.

Statt der beantragten 125 000 Euro bekommt das Fanprojekt der Cottbuser Jugendhilfe etwa nur 100 000 Euro im kommenden Jahr. Immerhin: Damit legt die Stadt 10 000 Euro drauf im Vergleich zum laufenden Jahr. Fürs Fanprojekt ist das gleich dreifach wichtig: Der Deutsche Fußballbund (DFB) gibt für jeden öffentlichen Fördereuro einen Euro dazu. Heißt fürs Fanprojekt: Im kommenden Jahr steigt die Fördersumme um ganze 20 000 Euro.

Insgesamt fünf von 25 Projekte werden mit weniger Geld als beantragt gefördert. Nicht allerdings willkürlich, wie Schneider im jüngsten Bildungsausschuss betont. So soll 2019 die Caritas für den Jugendtreff „Die 111“ in der Kochstraße zwar leer ausgehen – dieses Jahr gab es noch fast 35 000 Euro von der Stadt – dafür aber werde der Träger im Rahmen der Familienhilfe 2019 stärker unterstützt als derzeit, so der Jugendamtsleiter. Das Jugendtreff-Angebot in der Kochstraße werde schlicht nicht so angenommen, dass eine fünfstellige Förderung gerechtfertigt sei. Träger und Stadt seien diesbezüglich im Einklang.

Verwirrung herrscht derweil während der Ausschusssitzung um den Antrag der Domowina. Bei der Stadt sei fürs nächste Jahr kein Antrag eingegangen, sagt André Schneider. Ihres Wissens habe die Domowina aber einen gestellt, gibt Patricia Herrmann (CDU) zu bedenken. Im laufenden Jahr gibt es für die Domowina rund 6000 Euro von der Stadt, im kommenden Jahr nichts. Sozialdezernentin Maren Dieckmann stellt klar: Die Stadt sei an Fristen gebunden. Falls ein Antrag der Domowina nicht fristgerecht eingegangen sei, könne die Stadt ihn nicht mehr berücksichtigen. Unklar blieb am Donnerstagabend, ob überhaupt ein Antrag den Weg ins Rathaus gefunden hatte.

Mit dem Wegfall der Förderung für den Club „Die 111“ und für den Jugendtreff Sielow der Domowina stehen allen anderen Trägern insgesamt über 40 000 Euro mehr im kommenden Jahr zur Verfügung. Insgesamt 18 Träger erhalten 2019 mehr Geld von der Stadt als 2018.