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| 18:47 Uhr

Badesaison hat begonnen
Cottbuser suchen Abkühlung

 Die sommerlichen Temperaturen Anfang Juni locken auch Julia Raunick und ihre Töchter Lilli (4) und Charlotte (10 Monate) ins Freibad Lagune. 25 Grad Celsius warm war das Wasser dort am Montag.
Die sommerlichen Temperaturen Anfang Juni locken auch Julia Raunick und ihre Töchter Lilli (4) und Charlotte (10 Monate) ins Freibad Lagune. 25 Grad Celsius warm war das Wasser dort am Montag. FOTO: LR / Liesa Hellmann
Cottbus. Die Hitze lockt die ersten Badegäste in die Lagune. Die Qualität der Seen in Cottbus ist zum Baden ausreichend. Bei der Spree sieht das anders aus. Von Liesa Hellmann

Sommerzeit ist Badezeit – das dachte sich Julia Raunick mit ihren Töchtern Lilli (4) und Charlotte (10 Monate): „Wir sind gleich nach dem Kindergarten ins Freibad gegangen.“ Mit dieser Idee ist Julia Raunick am Montagnachmittag nicht allein. Etwa 50 Menschen kühlen sich im Freibad Lagune ab, schätzt Kerstin Twarz-Schmiedgen. Seit zwölf Jahren arbeitet die Saunameisterin und Rettungsschwimmerin  in dem Bad, mal im Bistro, mal am Beckenrand. Noch ist in den Becken nicht viel los, etwas 600 Menschen besuchen die Lagune pro Tag.

Im Freibadbereich ist am Montag nur sie als Rettungsschwimmerin vor Ort. Sie kümmert sich von der Wasseraufsicht bis zur Versorgung kleinerer Unfälle. Erst zu Hochzeiten an den Wochenenden und während der Sommerferien seien auch im Außenbereich zwei Rettungsschwimmer pro Schicht unterwegs, sagt Ronald Kalkowski, Geschäftsführer der Lagune.

 Rettungsschwimmerin Kerstin Twarz-Schmiedgen behält im Außenbereich der Lagune die Wasserfläche im Blick.
Rettungsschwimmerin Kerstin Twarz-Schmiedgen behält im Außenbereich der Lagune die Wasserfläche im Blick. FOTO: LR / Liesa Hellmann

Dass Gäste aneinandergerieten, komme eher selten vor, sagt er. Auch in diesen Fällen greifen die Rettungsschwimmer ein und rufen telefonisch Verstärkung, damit die Überwachung der Becken gewährleistet bleibt. Von den insgesamt 34 fest Angestellten und 30 geringfügig Beschäftigten ist fast die Hälfte auch für die Rettung aus dem Wasser qualifiziert. Acht Rettungsschwimmer sind Fachkräfte und haben eine dreijährige Ausbildung absolviert. „Meist ist bei jeder Schicht auch eine Fachkraft am Beckenrand“, so Kalkowski.

Cottbuser Seen: Baden nur „auf eigene Gefahr“

Die Lagune ist damit die einzige Möglichkeit in Cottbus, unter Aufsicht im Freien zu schwimmen. Die Badeseen in Madlow, Branitz, Sachsendorf und Ströbitz sind unbewacht und werden deshalb auch nicht von der Stadt Cottbus offiziell freigegeben. Die Seen gelten als Naturgewässer. Baden ist dort zwar nicht verboten, jedoch „immer auf eigene Gefahr“, sagt Jan Gloßmann, Pressesprecher der Stadt Cottbus. Gleiches gilt für die Spree. Allerdings ist das Baden dort aufgrund von Strömung und Wehren nicht ungefährlich. Vom Springen in den Fluss rät die Stadt wegen der vielerorts geringen Wassertiefe und insbesondere in der Nähe von Wehranlagen ab.

Bei Verunreinigungen durch Blaualgen oder tote Fische kann die Stadt die Seen sperren. Die Ergebnisse der ersten Wasseruntersuchung vom 28. Mai gaben dazu keinen Anlass, teilte Gloßmann mit. „Die Sichttiefe war in allen Gewässern, bis auf den See Branitz, über 1,5 Meter und somit ausreichend“, sagte er. Der Branitzer See sei in der letzten Zeit recht trüb gewesen, dies habe jedoch am Regen gelegen.

Großsee: „ausgezeichnet“ – Spree: „nicht gut“

Kein gutes Urteil erhält indes die Spree in Cottbus. Das Landesumweltamt prüft die Qualität des Flusses. 100 Prozent der Fließgewässer in Cottbus erhalten das Prädikat „nicht gut“, geht aus der Antwort der Landesregierung auf eine Anfrage der Grünen hervor.

Ein  anderes Bild zeigt sich beim bei den Cottbusern ebenfalls beliebten Großsee: „Der See hat eine ausgezeichnete Wasserqualität“, sagt Annegret Nedelski, Gesundheitsaufseherin des Landkreises Spree-Neiße. Da er als EU-Badegewässer gelistet ist, wird die Wasserqualität in der Badesaison alle vier Wochen überprüft. Zum Baden gesperrt war der See noch nie.