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| 17:22 Uhr

Feuerwehr
Waldbrandsaison hat bereits begonnen

 Der Cottbuser Feuerwehrchef Jörg Specht vor der Einsatzkarte. Er zeigt auf das schwierige Terrain des ehemaligen Truppenübungsplatzes Lieberose. Die rot markierten sind Sperrgebiet. Der Landesbetrieb Forst hat einen Masterplan erstellt für das Terrain.
Der Cottbuser Feuerwehrchef Jörg Specht vor der Einsatzkarte. Er zeigt auf das schwierige Terrain des ehemaligen Truppenübungsplatzes Lieberose. Die rot markierten sind Sperrgebiet. Der Landesbetrieb Forst hat einen Masterplan erstellt für das Terrain. FOTO: LR / Peggy Kompalla
Cottbus. Cottbuser Feuerwehrchef fordert bessere Technik und neue Strategien. Landesforst erstellt Masterplan für Lieberoser Heide. Von Peggy Kompalla

Der Madlower Badesee ist bei der Cottbuser Feuerwehr beliebt. Jüngst am vergangenen Freitag war dort der Löschzug vier im Einsatz. Die Ehrenamtler aus Groß Gaglow, Madlow, Gallinchen und Sachsendorf haben gemeinsam mit der Cottbuser Berufsfeuerwehr die Waldbrandbekämpfung geübt. Auch wenn es sich derzeit nicht so anfühlt, die Feuerwehr steckt längst mitten in der Waldbrandsaison. Das betont der Cottbuser Feuerwehrchef Jörg Specht. Er fordert zur Prävention bessere Technik für die Feuerwehren und neue Strategien. Der Landesbetrieb Forst hat nach den Großbränden im vergangenen Jahr reagiert.

2018 war verheerend. Die Brandenburger Feuerwehren rückten zu 512 Einsätzen im ganzen Land aus. Dabei verbrannten 1674 Hektar Wald. Dazu zählen schwere Einsätze in der Lieberoser Heide – über Wochen.

Der ehemalige Truppenübungsplatz im Norden von Cottbus ist schwieriges Terrain. Jörg Specht steht vor der Einsatzkarte. Das Gelände ist zu einem Großteil rot eingefärbt. Sperrzone. Dort darf kein Fuß den Boden berühren. Das Gebiet ist noch immer munitionsverseucht. Immerhin gibt es mittlerweile beräumte und damit sichere Wege durch das Gebiet. In der Realität heißt das: „In der Lieberoser Heide müssen wir warten, bis das Feuer dort ist, wo wir hindürfen.“ In den Bereichen habe die Luftunterstützung gut geholfen, so Feuerwehrchef Specht. „Aber in unseren Wäldern bringt die reine Luftbekämpfung gar nichts. Die Feuer brennen sich tief in den Boden rein. Deshalb sind wir auf eine Bodenbekämpfung angewiesen.“

Dabei seien die Feuerwehrleute auf gute Vorbereitung angewiesen. Die fordert Jörg Specht als Vorsitzender der Arbeitsgruppe Berufsfeuerwehren Brandenburg und Vize-Präsident des Landesfeuerwehrverbandes ein. Dazu gehören gesicherte Zufahrten in die Wälder und gefüllte unterirdische Zisternen und Löschteiche in den Risikogebieten. Aber auch die Ausstattung mit leistungsfähiger Löschtechnik für die Einsatzkräfte und eine entsprechende Förderung durch das Land. „Waldbrandbekämpfung ist immer eine Materialschlacht.“

Der Landesbetrieb Forst hat für das Waldbrand-Risikogebiet auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz Lieberose seine Hausaufgaben gemacht. Das erklärt Claus-Rüdiger Seliger. Er ist der Leiter der Landesoberförsterei Peitz. Lieberose liegt in seinem Revier. „Für das Gebiet haben wir nach den Bränden des vergangenen Jahres ein Maßnahmen-Konzept erarbeitet, das in den Endzügen liegt und aus dem bereits erste Punkte umgesetzt werden.“

So sei die Wasserzufuhr bei der Waldbrandbekämpfung das Hauptproblem. Das bestätigt auch der Cottbuser Feuerwehrchef. Der Forstbeamte erklärt: „Deshalb werden wir in dem Gebiet mehrere Tiefbrunnen bohren.“

Darüber hinaus werde der 30 Meter breite Hauptbrandschutzstreifen um die Schießbahn wieder hergestellt. Damit verbunden sei auch eine Munitionsberäumung. Das laufe bereits. „Außerdem haben wir in dem Gebiet Stellplätze für die Feuerwehren ausgewiesen, damit sie dort ihre Fahrzeuge platzieren und strategisch von dort aus einsetzen können.“ All dies laufe federführend über den Landesbetrieb Forst und werde auch für Privat- und Stiftungswald in dem Gebiet organisiert.

2019 hat es in Brandenburg bereits 102 Waldbrände gegeben.