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Cottbus soll Kreissitz werden

Stadtparlamentschef Reinhard Drogla sagt: Cottbus soll sich um den Kreissitz bewerben.
Stadtparlamentschef Reinhard Drogla sagt: Cottbus soll sich um den Kreissitz bewerben. FOTO: Hering
Cottbus. Die Stadt Cottbus soll sich offiziell als Kreissitz eines möglichen neuen Landkreises bewerben. Das fordert Stadtverordnetenchef Reinhard Drogla (SPD) und hofft auf eine entsprechende Mehrheit im Stadtparlament im November. A. Hilscher und S. Hering

Groß war der Schock, als die Landesregierung ihre Pläne zur Kreisgebietsreform präsentierte. Doch langsam weicht die Starre hektischen Aktivitäten. Politiker aller Parteien suchen nach Wegen, die schlimmsten Konsequenzen einer solchen Reform abzuwenden. Stadtverordnetenvorsteher Reinhard Drogla (SPD) will der Landesregierung signalisieren, dass Cottbus sich auf jeden Fall darum bewirbt, in einem neuen Kreis die wichtige Funktion des Kreissitzes zugesprochen zu bekommen.

Das Problem: Während Senftenberg sich bereits jetzt positioniert und aktiv beim Land als Kreissitz bewirbt, tut sich Cottbus noch schwer mit einer Bewerbung. Cottbus solle um seine Kreisfreiheit kämpfen, die Bewerbung um den Kreissitz käme einer Niederlage gleich, sagen Stadt-CDU und Oberbürgermeister Holger Kelch (CDU).

"Aber uns läuft die Zeit weg", befürchtet Reinhard Drogla. "Wenn wir dem Land nicht wenigstens unser Interesse signalisieren, gehen wir am Ende völlig leer aus und verlieren sowohl Kreisfreiheit als auch Kreissitz."

Sein Vorschlag: Im November soll in der Stadtverordnetenversammlung ein Antrag zur Abstimmung kommen, dass die Stadt sich als Kreissitz bewirbt. "Wenn wir darin noch ein freiwilliges Zusammengehen von Cottbus und Spree-Neiße anbieten, nehmen wir dem Land den Wind aus den Segeln und haben einer Zwangsfusion mit Elbe-Elster und Oberspreewald-Lausitz etwas entgegenzusetzen."

Ein gemeinsamer Kreis mit Spree-Neiße würde den gewachsenen Strukturen und den Erfahrungswelten der Einwohner entsprechen. "Die Sparkasse Spree-Neiße zeigt, wie erfolgreich man in diesem Gebilde arbeiten kann." Auch in einem möglichen Großkreis solle Cottbus Kreissitz werden. "Sonst gibt es eine ungute Konkurrenz mit Senftenberg."

Trotz allem, so Drogla, soll Cottbus die Verfassungsmäßigkeit der Reform prüfen lassen.

Zum Thema:
Beim Zuschnitt der neuen Kreise gibt es nach heutigem Stand vier Varianten: Cottbus bleibt kreisfrei, Elbe-Elster, SPN und OSL gehen zusammen (unwahrscheinlich). Cottbus verliert die Kreisfreiheit und verschmilzt mit Elbe-Elster, SPN und OSL (derzeit geplant). Kreissitz könnten dann Cottbus oder Senftenberg werden (noch offen). Cottbus geht mit SPN zusammen, wird Kreissitz (wird von SPD und Linken diskutiert).