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| 21:29 Uhr

Pläne von Holger Kelch
Cottbus als digitale Stadt

Neujahrsempfang der Stadt Cottbus FOTO: Michael Helbig
Cottbus. Auf dem Neujahrsempfang sprach der Oberbürgermeister über Visionen, Ängste und Zuwanderung. Dabei rechtfertigte er die umstrittene Presseerklärung aus dem Rathaus. Von Andrea Hilscher

Er war anders, der diesjährige Neujahrsempfang in der Stadthalle, aus vielen Gründen.

Digital: Einlass fand am Mittwochabend nur, wer eine personengebundene Karte vorweisen konnte und die Scanner gestützte Kontrolle reibungslos überstand. „Schlimmer als am Flughafen“, sagten einige Besucher, freuten sich aber dennoch, dass der Einlass der knapp 1500 Gäste deutlich schneller funktionierte als sonst.

 Alexander Knappe und der Opernchor des Staatstheaters sorgen für Gänsehautmomente in der Stadthalle.
Alexander Knappe und der Opernchor des Staatstheaters sorgen für Gänsehautmomente in der Stadthalle. FOTO: Michael Helbig

Humorvoll: Jeder im Saal konnte sich noch an den Empfang vor einem Jahr erinnern, als ein Feueralarm die Feierlichkeiten störte und empfindlich in die Länge zog. Jetzt brachte Sunnyboy Alexander Knappe die Feuerwehr gleich mit in den Saal: Kleine Knirpse und gestandene Feuerwehrsenioren konnten mit ihm auf der Bühne stehen und sich einen fetten Applaus abholen.

Rechtfertigung: Zu Jahresbeginn haben eine Attacke auf einen jungen Mann am Stadtbrunnen und die darauf folgende Presseerklärung bundesweit für Schlagzeilen gesorgt. Oberbürgermeister Holger Kelch (CDU) nutzte den Abend für eine Erklärung: Gewiss sei dort nicht jedes Wort glücklich gewählt, er weise aber deutlich Auffassungen zurück, deshalb einzelne Mitarbeiter des Rathauses oder gleich die ganze Belegschaft als Rassisten zu verunglimpfen und sie auch nur in die Nähe von Neonazis zu rücken. Kritik dagegen übte Kelch an denen, „die in der Ferne über Cottbus tönen“ und wenig für die Lösung von Problemen tun.

Forderungen: Über den Strukturwandel und die sich daraus ergebenden Folgen sei genug geredet, jetzt müssten Taten folgen, so Kelch. Er nannte als Beispiel das Ausbesserungswerk der Bahn. Der Umgang mit dem Thema könne einen „Angst und Bange vor dem Strukturwandel“ machen. Kelch forderte ein rasches Eingreifen vom Eigentümer, dem Bund. „Ein solches Hinhalten mitten im Strukturwandel untergräbt das letzte bisschen Vertrauen in die Handlungsfähigkeit und die Verantwortlichkeit der großen Politik“, wetterte Kelch. Diese sei „offensichtlich konzeptionslos, empathielos und leider auch bis jetzt ergebnislos“.

Hoffnung: Positive Impulse soll die Digitalisierung bringen, die der OB als Innovationsmotor sieht. Angefangen bei besserer Bildung und neuer Technik in den Schulen, über die Profilierung des Carl-Thiem-Klinikums als „digitales Leitkrankenhaus“ bis hin zur Einführung. von elektronischer Bürgerkarte und Bürgerkonto soll die Digitalisierung die Nutzung von Dienstleitungen ohne aufwendige Wege ermöglichen.

In die Ehrenchronik der Stadt haben sich an diesem Abend eingetragen: Peter Albert (Rechtsanwalt, Bürgerstiftung Cottbus), Michael Wahlich (Unternehmer, verabschiedeter Präsident von Energie Cottbus), Roland und Jürgen Gehrmann (Malermeister), Dieter Merz (Fernsehtechnik), Eggert Lubitz (Flugplatzmuseum) und, in Abwesenheit, Dr. Carola Wiesner (Stadtsportbund).

Neujahrsempfang der Stadt Cottbus FOTO: Michael Helbig