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| 17:40 Uhr

Naturschutz und Landwirtschaft
Schutz für Sachsendorfer Wiesen funktioniert wieder

  Die Sachsendorfer Wiesen sind ein vom Menschen geformtes Ökosystem.  Es gibt unterschiedliche Auflagen und Beschränkungen für das Gelände, in dem zwei Naturschutzgebiete und ein Wasserschutzgebiet liegen.
Die Sachsendorfer Wiesen sind ein vom Menschen geformtes Ökosystem. Es gibt unterschiedliche Auflagen und Beschränkungen für das Gelände, in dem zwei Naturschutzgebiete und ein Wasserschutzgebiet liegen. FOTO: Michael Helbig
Cottbus. Nach der traurigen Todesbilanz bei der Wiesenmahd im vergangenen Jahr bringen Absprachen eine deutliche Besserung. Von Peggy Kompalla

Nach der traurigen Todesbilanz von Rehkitzen während der Rasenmahd auf den Sachsendorfer Wiesen im vergangenen Jahr sind die Arbeiten diesmal gut abgelaufen. Dieses Lob spricht Bärbel Rösler aus. Die Cottbuserin hatte mit ihrem Bericht in der RUNDSCHAU den Ball ins Rollen gebracht. Danach gab es einen Vor-Ort-Termin mit allen Beteiligten. Dazu gehörten neben dem Cottbuser Umweltamt, das Landwirtschaftsamt des Landkreises Spree-Neiße, der Jäger und der Landwirt, der die Wiesen in dem Naturschutzgebiet gepachtet hat.

Die engagierte Anwohnerin zieht ein Fazit: „Es hat viel gebracht, alles mal in Aufruhr zu versetzen, mit dem Ergebnis, dass alle an einem Tisch sitzen und die Arbeit gemeinsam optimieren.“ Demnach hat der Landwirt die Wiesen erst vier Wochen später gemäht als im Vorjahr. „Die Mahd erfolgte mit relativ kleinen Mähern im gemäßigten Tempo“, erklärt Bärbel Rösler. „Auf Anraten unseren Jagdpächters hat der Landwirt die Arbeiten auch von innen nach außen vorgenommen.“ Darüber hinaus seien Schutzstreifen stehen geblieben, um den Wildtieren genügend Ausweichmöglichkeiten zu bieten.

„Bis auf ein Kitz, das es nicht überlebt hat, sind alle Kitze wohlauf und auch die Hasen flitzen munter über die Wiese“, sagt die Cottbuserin zufrieden. Im Vorjahr hatte sie noch sechs Rehkitze dokumentiert, die durch die großen Mähmaschinen zu Tode kamen. Umso glücklicher zeigt sie sich über den Erfolg der Absprachen, bei denen sowohl die wirtschaftlichen Aspekte für den Landwirt bedacht wurden, als auch der Schutz der Umwelt im Landschaftsschutzgebiet. „Man muss einfach miteinander reden“, betont sie. Großen Anteil am Erfolg habe der Jagdpächter. „Mit ihm stand ich in engem Kontakt über alle Termine und Absprachen“, sagt sie.

Da ärgere es sie besonders, dass einige Hundebesitzer in dem Schutzgebiet verantwortungslos handeln, wenn sie ihre Vierbeiner ungestört abseits der Wege herumstromern und jagen lassen. „Das ärgert nicht nur die Jäger“, betont Bärbel Rösler und fügt an: „Dieses Verhalten bringt alle Hundebesitzer in Verruf, dabei halten sich die meisten beim Spazierengehen an Regeln.“ Die Cottbuserin lebt in direkter Nachbarschaft und ist selbst täglich mit ihrem Hund in den Sachsendorfer Wiesen unterwegs. Deshalb kennt die Naturinteressierte das Schutzgebiet in- und auswendig.

Das direkte Gespräch aller Betroffenen mit den Anwohnern war auf Vermittlung des Cottbuser Umweltamtes zustande gekommen.

Im Landschaftsschutzgebiet Sachsendorfer Wiesen finden sich vielfältige Biotope: Moore, Sümpfe, Nass- und Feuchtwiesen. Die Wiesen und ihre Artenvielfalt werden nur durch die Bewirtschaftung und das Mähen erhalten. Das Naturschutzgebiet am Rande von Cottbus setzt sich über den Hänchener Busch bis zur Putgolla bei Kolkwitz fort. Das sumpfige Gelände ist auf einen früheren Spreelauf zurückzuführen.

 Die Sachsendorfer Wiesen sind ein vom Menschen geformtes Ökosystem.  Es gibt unterschiedliche Auflagen und Beschränkungen für das Gelände, in dem zwei Natur- und ein Wasserschutzgebiet liegen.
Die Sachsendorfer Wiesen sind ein vom Menschen geformtes Ökosystem. Es gibt unterschiedliche Auflagen und Beschränkungen für das Gelände, in dem zwei Natur- und ein Wasserschutzgebiet liegen. FOTO: Michael Helbig