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| 18:26 Uhr

Projekt
Schüler machen aus Schrott moderne Kunst

20 Mädchen und Jungen aus? Zielona Gora und Cottbus haben in den letzten vier Tagen im Cottbuser Dieselkraftwerk im Rahmen eines Schul-Kunst-Projektes vier Metallskulpturen aus Schrottmaterialien gebaut. Heute präsentieren sie ihre Objekte.
20 Mädchen und Jungen aus? Zielona Gora und Cottbus haben in den letzten vier Tagen im Cottbuser Dieselkraftwerk im Rahmen eines Schul-Kunst-Projektes vier Metallskulpturen aus Schrottmaterialien gebaut. Heute präsentieren sie ihre Objekte. FOTO: Marion Hirche
Cottbus. Deutsch-polnisches Projekt findet am Donnerstagabend im Dieselkraftwerk seinen Abschluss. Von Marion Hirche

20 deutsche und polnische Teenager sind gerade besonders aufgeregt: Am frühen Donnerstagabend präsentieren sie im Cottbuser Dieselkraftwerk die Ergebnisse ihrer viertägigen gemeinsamen Arbeit im Deutsch-Polnischen Kunstworkshop „Moderne Kunst“. Die Idee dazu hatte  die Kunstlehrerin Kathrin Gotthardt von der Cottbuser Regine-Hildebrandt-Europaschule: „Wir haben schon seit einigen Jahren gute Beziehungen zur Schule Nr.1. in Zielona Gora. Es gab bisher regelmäßige Kontakte zwischen Schülern und Lehrern, aber so einen gemeinsamen Workshop noch nicht. Ich habe bei meinen Kollegen und im Dieselkraftwerk Verbündete gefunden. Auch die Polen fanden die Idee gut. Dadurch habe ich mit den Vorbereitungen für dieses Projekt mit Unterstützung der Euroregion Spree-Neiße-Bober begonnen.“  Über die Euroregion gab  es eine Fördermittelzusage für dieses Begegnungsprojekt.

Jeweils zehn Schüler aus den beiden Schulen nehmen teil. „Bei uns konnten sich die Schüler der 6.Klasse für die Teilnahme bewerben. Dabei haben wir schon ganz tolle Arbeiten bekommen“,  betont Kathrin Gotthardt. Maik van Le schrieb in seine Bewerbung: „Ich möchte meine Kunstleistungen verbessern und will deshalb mitmachen.“ Justin Schubert aus der Klasse 6a reizte die Verarbeitung von Schrott zu Kunst. Am Montag legten die 20 Mädchen und Jungen im Alter von 11 bis 14 Jahren los.  Zuerst gestaltete jeder sein eigenes Tagebuch. Die Teenager bezogen ihre Zimmer in der Cottbuser Jugendherberge.  Seit Dienstag wurde dann im Dieselkraftwerk an vier  Schrott-Fantasie-Figuren gearbeitet, in gemischten Gruppen.  „Wir verständigen uns  auf Englisch oder mit Zeichensprache, das funktioniert ganz gut“, war von Madlen Raum zu erfahren. Zusammen mit Lea Maahs, Julia Lewandowska, Paulina Giseter und Karolina Tomczyk hat sie nach dem gemeinsamen Entwurf eine Giraffe gebaut.  Das Schrott-Tier besteht aus  Alurohren, CDs, Zahnrädern, Drähten und weiteren Teilen. Das Metallwesen hat sogar noch ein Baby dazu bekommen. Mit Unterstützung von Künstler Robert Tomak hat eine weitere Gruppe „Grzegorz“ zusammen gebaut: Eine Figur mit Milchkannen- und Eimerkörper, mit Metallgitterflügeln, Grillrostkopf und mit Drahtantennen. „Das ist schon spannend für die Kinder, solche Gruppenarbeit machen sie nur selten“, ist von Lehrerin Marta Sierachan zu hören. Insgesamt vier Figuren werden heute Abend Eltern, Vertretern des Dieselkraftwerkes und der Stadt, Lehrern und der Landtagsabgeordneten Kerstin Kircheis präsentiert.

Zum Programm gehörten in den vier Tagen auch ein Grillabend auf dem Gelände des Flugplatzmuseums mit gemeinsamen Fahrten im Feuerwehr- und im Busoldtimer, eine Stadtbesichtigung und die Erkundung des Dieselkraftwerkes. Das Resümee ist für alle positiv: Museumspädagogin Anke Palme  sagte: „Für uns war diese Projektwoche eine Herausforderung und eine angenehme Abwechslung zur sonst üblichen museumspädagogischen Arbeit. Es war aber auch sozusagen die Aufwärmphase für unser großes Deutsch-Polnisches Projekt mit Künstlern am Ende des Jahres.“ Uwe Beermann, Kunstlehrer an der Europaschule meinte: „Die Kinder haben zueinandergefunden, haben gemeinsam etwas geschaffen und  haben Wege gefunden, sich zu verständigen.“ Die beiden jungen Frauen,  Barbara Obtmeier und Natalia Walczyna hatten als Dolmetscherinnen wenig Arbeit.

Jetzt bekommen die 18 Mädchen und zwei Jungen  Erinnerungs-T-Shirts geschenkt. Dazu kommt noch eine CD mit Projektbildern und es wird ausgelost, welche  Metallskulpturen in Zukunft wo stehen werden. Jede Schule bekommt zwei der entstandenen Kunstwerke.