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| 02:33 Uhr

Cottbus rückt mit Umland musikalisch zusammen

Heike Lüdtke und Monika Naruhn aus Forst tanzten in der Zahsower Dorfaue zur Musik der "Drei Harmonikas".
Heike Lüdtke und Monika Naruhn aus Forst tanzten in der Zahsower Dorfaue zur Musik der "Drei Harmonikas". FOTO: Marion Hirche/jul1
Cottbus/Kolkwitz. Eine Route, acht Stationen, siebenmal Live-Musik, 30 Kilometer, mehr als 500 Starter – das war das Fahrradkonzert am Sonntag in Zahlen. Dazu gab es noch ganz viel Gefühl und Begeisterung. jul1

Der Stadtmarketing- und Tourismusverband bewies damit einmal mehr, dass Cottbus und das Umland zusammengehören.

Am Bootshaus in Sandow sangen sich die Pedalritter noch warm, um wenig später im blühenden Schulgartenzentrum an der Dahlitzer Straße vom Branitzer Parkleiter Claudius Wecke vorzüglich unterhalten zu werden. Dabei entlockte er einem Gartenschlauch Händels Wassermusik und trommelte den ACDC-Klassiker "Highway to Hell" auf Schubkarre, Spaten und Güllekelle im Weihnachtsbaumständer mit Spaten und Harke. "Ich habe in Niesky auf der Trompete und am Schlagzeug gelernt. Auf diese Weise kann ich Musik und Garten zusammenbringen", erklärte Claudius Wecke fröhlich. Arthur Buder und Elvira Rublack von Lindenmusikanten aus Limberg waren sich einig: "So zu musizieren, könnten wir auch mal probieren oder wir laden Claudius Wecke einfach mal zu unserem Jahreskonzert ein." Rainer und Leonore Dell aus Cottbus waren begeistert: "Das Fahrradkonzert ist jedes Jahr toll, man trifft Freunde, lernt neue Orte kennen, hört unterschiedlichste Musik, die Kombination ist super." Sagten sie und schwangen sich wieder in den Sättel.

Auf dem Biohof Auguste der Lebenshilfe-Werkstätten "Hand in Hand" gab es beste Verpflegung. Die Besucher stöberten im Hofladen, entdeckten Gläser mit Brühreis, Biolimo und frisch geerntete Zucchini. Mancher ließ sich Kartoffeln, Quark und Leinöl schmecken und lauschte mampfend den Folkklängen von Gitarrist Tim McMillan und Rachel, die ihn auf der Geige begleitete.

Die Fahrradfreunde machten die Dorfaue von Zahsow zur Partymeile. Dort wurde zur Musik der "Drei Harmonikas" mitgeschunkelt. Heike Lüdtke und Monika Naruhn aus Forst tanzten sogar und freuten sich, dass sie erstmals bei der musikalischen Tour dabei sind. Die Musiker Dieter Porath, Harry Bigalke und Hubert Klinsch bekamen spontan von Wolfgang Stemmer Unterstützung. Er sang "Der Mann am Schifferklavier". Da konnte Fahrradkonzert-Fan und Sängerin Kathrin Clara Jantke nicht zurückstecken. Auch sie griff zum Mikro.

Eveline Hahn und Angelika Linke schwärmten: "Es ist immer wieder Klasse." Auch der Cottbuser Arbeitsagenturchef Hans-Wilhelm Müller sagte: "Ich bin das erste Mal dabei und finde die Mischung ausgezeichnet." Wer bis Gulben radelte, wurde mit Wissen über Heinrich von Kleist, der in Gulben aufwuchs, und über Pfarrer Fritze, der die Bibel ins Wendische übersetzte, belohnt. " Das haben wir vorher nicht gewusst", sagte Edelgard Koal beim Genießen eines kühlen Wassers von der LWG-Theke und ergänzte: "Das ist so schön. Wir müssen uns den Termin für 2018 unbedingt freihalten." Zum Abschluss wurde Pfarrer Klaus Natho nach dem Vortrag in der Gulbener Kirche zum zweiten Mal Gastgeber am Sonntag: An Station acht - und damit dem Ziel - gab es auf dem Kirchhof in Kolkwitz ein musikalisches "Incredible Herrengedeck".