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| 20:20 Uhr

Flüchtlingspolitik
Cottbus ringt um Normalität

Das  Cottbuser Blechen-Carré ist zum zentralen Punkt der Auseinandersetzungen geworden.
Das Cottbuser Blechen-Carré ist zum zentralen Punkt der Auseinandersetzungen geworden. FOTO: Frank Hilbert
Cottbus. Nach Konflikten zwischen Deutschen und Flüchtlingen sind für Samstag zwei Demos angemeldet. Es geht darum, welches Bild von der Stadt hängenbleiben wird. Von Christian Taubert

Zwei Demonstrationen, ein Thema, zwei gegensätzliche Auffassungen – in der Cottbuser Innenstadt steht am morgigen Samstag die Flüchtlingspolitik im Fokus.

Nach zwei gewalttätigen Übergriffen minderjähriger syrischer Flüchtlinge im Januar am Einkaufszentrum „Blechen Carré“ ist die Situation in der Lausitz-Metropole angespannt. Während am Sonnabendvormittag syrische Flüchtlinge gemeinsam mit Lausitzern für ein Zusammenleben ohne Hass und Gewalt eintreten wollen, richtet sich die Demo des rechtspopulistischen Vereins „Zukunft Heimat“ aus Golßen gegen die Aufnahme von Flüchtlingen in Deutschland.

„Ich werde eintreten für ‚Gewaltfrei und ohne Hass in Cottbus leben‘“, sagt Brandenburgs Kulturministerin Martina Münch im RUNDSCHAU-Interview. Für die SPD-Politikerin, die mit ihrer Familie seit gut 20 Jahren in Cottbus lebt, sei zudem das Signal des Landes wichtig, dass Straftäter verfolgt und bestraft werden. „Wir lassen es nicht zu, dass eine kleine Gruppe Gewaltbereiter die Menschen verunsichert und sich dauerhaft außerhalb der Gesellschaft stellt“, betont Münch.

Im Potsdamer Landtag hat es am Donnerstag eine kontroverse Debatte zur Situation in Cottbus gegeben. Innenminister Karl-Heinz Schröter (SPD) forderte schließlich ein Zusammenrücken der Demokraten statt Parteiengezänks. Er sprach sich für eine bis März zu erarbeitende gemeinsame Stellungnahme aller Landtagsfraktionen aus und fand zunächst bei SPD, Linken, CDU und Grünen Zustimmung.