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Nach dem Angriff auf ein Ehepaar
Cottbus reagiert auf Messerattacke

Das Blechen-Carré am Montag nach der Attacke von drei jungen Syrern gegen ein Ehepaar in Cottbus. Während der Auseinandersetzung hatte ein 14-Jähriger ein Messer gezogen.
Das Blechen-Carré am Montag nach der Attacke von drei jungen Syrern gegen ein Ehepaar in Cottbus. Während der Auseinandersetzung hatte ein 14-Jähriger ein Messer gezogen. FOTO: Ch. Taubert/Medienhaus Lausitzer / LR
Cottbus. Nach dem Messerangriff auf ein Ehepaar in Cottbus muss ein 15-jähriger Syrer die Stadt und den Landkreis Spree-Neiße verlassen. Polizei und Stadt forcieren ihre Zusammenarbeit. Von Peggy Kompalla

Er ist ein Wiederholungstäter, deshalb muss der Jugendliche Cottbus verlassen. Darüber informiert Ordnungsdezernent Thomas Bergner (CDU) am Dienstagnachmittag. Demnach wird für den 15-Jährigen und seinen Vater eine negative Wohnsitzauflage für Cottbus und den Spree-Neiße-Kreis ausgesprochen. „Es ist das erste Mal, dass wir davon Gebrauch machen“, sagt er. „Die Integration des Jugendlichen wird als gescheitert erklärt.“ Das ist das härteste Instrument, über das die Stadt verfügt. Der Grund: Der Jugendliche war bereits auffällig geworden. Im Dezember gab es eine Gefährderansprache vonseiten der Ausländerbehörde für ihn.

Darüber hinaus wird die Stadt ihre Zusammenarbeit mit der Polizei weiter forcieren, erklärt Thomas Bergner. Zudem sei beschlossen worden, dass sowohl die Schulsozialarbeit als auch das Ordnungsamt personell verstärkt werden. „Wir werden an den bekannten Schwerpunkten mehr Präsenz zeigen“, so Bergner. „Dafür werden die bereits im vergangenen Jahr bewährten gemeinsamen Kontrollen von Ordnungsamt und Polizei wieder aufgenommen.“

Ohne erkennbaren Grund haben der Polizei zufolge am Freitagnachmittag drei syrische Jugendliche im Alter von 14, 15 und 17 Jahren ein Ehepaar am Einkaufszentrum Blechen-Carré in Cottbus angegriffen. Der Mann sei dabei von zwei Angreifern bedrängt worden, letztlich habe der 14-Jährige sogar ein Messer gezogen. Dem beherzten Eingreifen eines Passanten habe das Ehepaar zu verdanken, dass nichts Schlimmeres passiert ist. Die Kriminalpolizei ermittelt in dem Fall. Polizeisprecher Torsten Wendt sagt am Dienstag: „Wir suchen den Mann, der dem Ehepaar zur Hilfe kam, indem er in der Situation den Jungen mit dem Messer zurückgedrängt hat. Er kann uns bei der Aufklärung des Vorfalls helfen. Genauso sind wir an weiteren Zeugen interessiert, die bei der Aufklärung der Straftat helfen können.“