Von Peggy Kompalla

Nachdem Horst Schulz in der vergangenen Woche einen Schlüsselbund gefunden hatte, hoffte er die Fundsache schnell an den Besitzer übergeben zu können. Doch die Öffnungszeiten des Fundbüros bei der Stadt machten ihm das unmöglich. Der Cottbuser findet, dass das Prozedere einfacher und praxisorientierter sein müsse. Auf Nachfrage in der Verwaltung zeigt sich, dass es deutlich mehr Möglichkeiten gibt als das Fundbüro selbst, das nur an zwei Tagen in der Woche geöffnet ist. Selbst ein digitales Fundsachenforum bietet die Stadt über das Internet an. Nur ist das bislang kaum bekannt. Künftig werde es mit dem Sicherheitszentrum eine weitere Übergabestelle für Fundsachen geben.

Der Heimweg führt Horst Schulz durch die Ebertstraße. Dort fällt ihm sofort ein dicker Schlüsselbund ins Auge, der einsam auf dem Gehweg liegt. Weit und breit ist kein Mensch zu sehen. Der Besitzer muss ihn unbemerkt fallen gelassen haben. Horst Schulz schnappt sich den Bund und will ihn noch am gleichen Tag im Fundbüro abgeben. Das ist allerdings mittwochs geschlossen, wie er herausfindet. Etwas ratlos bemüht er sich, wenigstens das Büro telefonisch zu erreichen, um den Fund anzumelden. „Damit die Besitzer darüber informiert werden können, dass jemand den Schlüssel gefunden hat, wenn auch sie sich dort melden sollten“, erklärt er. Allerdings ist seinen Schilderungen zufolge an dem Tag niemand erreichbar.

Horst Schulz denkt an die Betroffenen. „An dem Bund sind mehrere Spezialschlüssel“, sagt er. „Meine Güte, das wird viel Geld kosten, wenn die nachgemacht werden.“ Ganz abgesehen von der Türöffnung, wenn es keine Ersatzschlüssel gibt. „In unseren digitalen Zeiten muss es doch möglich sein, einen schnellen Service anzubieten“, sinniert er. Tatsächlich gibt es den. Er findet sich leider etwas versteckt auf den Seiten der offiziellen Cottbuser Internetseite unter www.cottbus.de.

Das Fundsachenforum will Finder und Verlierer zusammenbringen. Es gibt zwei Zugänge – um einen Fund zu melden oder eine Suchanzeige aufzugeben. Das Suchforum funktioniert bundesweit und wird in Cottbus über das Kommunale Rechenzentrum der Stadt unterstützt. Die Finder haben dabei die Möglichkeit, die Fundsache selbst zu übergeben oder es aber beim Fundbüro abzugeben. All das wird im Internet-Formular vermerkt.

Es geht aber auch ganz ohne Internet. Darauf weist Stadtsprecher Jan Gloßmann hin. Demnach können Fundsachen auch außerhalb der Öffnungszeiten des Fundbüros (dienstags 8 bis 12 Uhr und donnerstags 13 bis 18 Uhr) am Empfang im Rathaus am Neumarkt oder aber im Technischen Rathaus abgegeben werden. „Künftig wird das auch im Sicherheitszentrum möglich sein“, ergänzt der Stadtsprecher. Das Sicherheitszentrum soll bis zum Sommer in der Berliner Straße eingerichtet und wochentags von 12 bis 20 Uhr besetzt sein.

Der Fundus des Fundbüros ist gut gefüllt. Am 22. Mai soll durch eine Versteigerung Platz geschaffen werden. Deshalb weist Jan Gloßmann darauf hin, dass sich Besitzer der Fundsachen bis zum 10. April im Rathaus melden sollten, bevor die Gegenstände nach Ablauf der gesetzlichen Aufbewahrungsfrist zum Versteigern freigegeben werden. Auf der Liste stehen unter anderem 70 Fahrräder, zehn Taschen, eine Elektrosäge, ein Abgas-Analysegerät, ein Navigationsgerät und ein Integralhelm.

Die komplette Versteigerungsliste findet sich im Internet unter www.cottbus.de/versteigerungsliste.
Das Fundsachenforum findet sich unter cottbus.matchfix.org ebenfalls im Internet.