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Kita-Finanzierung
Wie Cottbus seine Kitas zum Sparen bringen will

Den Cottbuser Stadtvätern sind die Kindertagestätten in der Stadt lieb und auch teuer. Foto: dpa
Den Cottbuser Stadtvätern sind die Kindertagestätten in der Stadt lieb und auch teuer. Foto: dpa FOTO: Uwe Anspach / dpa
Cottbus. Die Stadtverwaltung von Cottbus setzt mit einer neuen Kita-Finanzierungsrichtlinie auf Gleichbehandlung der verschiedenen freien Träger. Ihre Kitas lassen sich die Cottbuser immer mehr kosten. Von Ulrike Elsner

Wie viel Geld benötigt ein freier Träger, um Kinder in einer Tagesstätte gut zu betreuen? Über diese Frage wird in Cottbus seit Monaten gestritten. Jetzt hat die Stadtverwaltung den dritten Entwurf einer Kita-Finanzierungsrichtlinie vorgelegt, die neue differenzierte Höchstsätze für Krippen, Kindergärten und Horte in freier Trägerschaft vorsieht. Insgesamt bedeutet das für die Stadt eine jährliche Kostensteigerung von insgesamt 300 000 Euro oder 46 Euro pro betreutem Kind. Damit wird Cottbus künftig mehr Geld für die Kita-Sachkosten ausgeben als vergleichbare Städte in Brandenburg. Die Stadtverordneten wollen Ende November über die neue Richtlinie entscheiden. Der Bildungsausschuss hat dem Dokument bereits zugestimmt.

Für die AG 78, in der alle Träger von Kindertagesstätten in Cottbus vertreten sind, besteht jedoch weiterer Diskussionsbedarf. Eine Stellungnahme dazu soll in einer Beratung am 20. November erarbeitet werden, sagt Grit Meyer, Regionalbüroleiterin des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes. Es gehe „nicht vorrangig um mehr Geld“. Vielmehr müsse die Finanzierung eine qualifizierte Kindertagesbetreuung nach den Vorgaben des Kitagesetzes ermöglichen.

Jugendamtsleiter André Schneider sieht hingegen mit der neuen Richtlinie die Kitas auskömmlich finanziert. Das Papier setze auf Gleichbehandlung der Träger, auf Planungssicherheit und Rechtsklarheit. Die neue Richtlinie ändert nichts am Budget für das pädagogische Personal – mit rund 74 Prozent größter Kostenfaktor – oder Gebäudekosten, sondern ausschließlich die Sachkosten, die 23 Prozent des Gesamtbudgets ausmachen. Es soll künftig zwischen Krippe und Kindergarten sowie Hort und den Betreuungszeiten differenziert werden. Derzeit gilt bei den Sachkosten noch ein Höchstsatz von 1276,71 Euro pro Kind. Künftig sollen bei einer Betreuungszeit von mehr als sechs Stunden 1415,13 Euro in der Krippe und im Kindergarten sowie 1274,63 Euro im Hort angesetzt werden.

Innerhalb der verschiedenen Bereiche sollen laut Jugendamt die Mittel künftig variabel verwendet werden. In der vorgesehenen Pauschalfinanzierung werden die Höchstsätze um fünf Prozent reduziert. Dafür kann der Träger selbst entscheiden, wo er Schwerpunkte setzt. „Das sichert ihm eine größere Flexibilität“, sagt Andrè Schneider. „Die eingesparten Mittel verbleiben zu 70 Prozent beim Träger. 30 Prozent fließen an die Stadt zurück. „Das ist ein Anreiz zum sparsamen Wirtschaften“, sagt der Jugendamtschef.