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| 19:04 Uhr

Talk in Branitz
OB Kelch zieht Halbzeitbilanz

OB Holger Kelch (CDU) zieht Halbzeitbilanz.
OB Holger Kelch (CDU) zieht Halbzeitbilanz. FOTO: dpa / Patrick Pleul
Cottbus. Zuwanderung, Altanschließer, Kreisgebietsreform – harte Jahre im Amt. Von Andrea Hilscher

Im November ist Oberbürgermeister Holger Kelch (CDU) vier Jahre im Amt. Jetzt nutzte er eine Talkrunde im Branitzer Kulinarium, um eine vorgezogene Halbzeitbilanz zu ziehen. „Auf jeden Fall waren es die aufregendsten vier Jahre, die ich in Cottbus erleben durfte“, sagte der gebürtige Altdöberner. Leicht seien die Jahre nicht gewesen. 2015 musste die Stadt einen bitteren Schock verkraften. „20 Millionen Gewerbesteuerrückzahlungen, dazu den Verzicht auf weitere 20 Millionen an Einnahmen. Das war nicht leicht zu verkraften, trotzdem haben wir die Situation gemeistert“, so der OB. Im gleichen Jahr zeichnete sich ein rapider Anstieg der Zuwanderung an. Cottbus habe dabei Weitsicht bewiesen, sei ohne Notunterkünfte und Zeltlager ausgekommen und konnte über lange Zeit Kinder rasch mit Kita- und Schulplätzen versorgen“, so der OB. 2016 mussten dann die Folgen des Altanschließer-Urteils des Bundesverfassungsgerichtes umgesetzt werden. „70 Millionen Euro mussten und müssen wir zurückzahlen – und das schaffen wir, ohne den Abwasserpreis entsprechend anzuheben“, sagt der OB. Stolz ist er auch auf einen Erfolg von 2017: das Kippen der Kreisgebietsreform. Für 2018 ist allerdings längst kein Ausruhen angesagt. „Noch nie hat Brandenburg so viele Steuereinnahmen gehabt wie heute.“ Es könne nicht sein, dass die Kommunen dennoch weniger Zuweisungen vom Land erhalten als in den Vorjahren. „Wir wollen unseren Anteil, dafür müssen wir kämpfen.“

Eine weitere Baustelle sei der Strukturwandel der Region, dessen Gestaltung eine Aufgabe für Generationen sei. Mit dem zweiten Talkgast, dem thürigischen Ministerpräsidenten Bodo Ramelow (Linke) ist sich der OB einig, dass es die Attraktivität von Standorten in Ostdeutschland erhöhen würde, wenn Umweltstandards moderat abgesenkt werden würden.