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| 15:11 Uhr

Einkaufen in Cottbus
Neuer Ort für Cap-Markt gesucht

 Der Cap-Markt in der Pückler-Passage wenige Wochen vor der Schließung: Die Zahl der Kunden und der Umsatz reichten nicht aus, um das Geschäft länger zu betreiben.
Der Cap-Markt in der Pückler-Passage wenige Wochen vor der Schließung: Die Zahl der Kunden und der Umsatz reichten nicht aus, um das Geschäft länger zu betreiben. FOTO: LR / Nils Ohl
Cottbus. Die Chefin der Lebenshilfe-Werkstätten hält am Konzept des Lebensmittelgeschäfts fest. Gemeinsam mit Partnern sucht sie nach einem neuen Standort in Cottbus.

Tamara Swensson hat schon wieder neue Ideen. Keine zwei Wochen ist es her, dass die Chefin der Lebenshilfe-Werkstätten den beliebten Cap-Einkaufsmarkt in der Cottbuser Pücklerpassage schließen musste. Doch davon lässt sie sich nicht aus dem Konzept bringen. Nach eigenen Worten hegt sie großes Interesse daran, den Markt an einer anderen Stelle in Cottbus wieder zu eröffnen. So sucht sie gemeinsam mit Partnern nach einem geeigneten Standort.

Der Protest vieler Cottbuser gegen das Ende des Cap-Markts konnte zu der Annahme verführen, dass der Betreiber ein lohnendes Geschäft aufgab. So äußerten sich schon im April bei einer Gesprächsrunde im Stadthaus die Kunden wütend über die bevorstehende Schließung. Doch der Schein trügte, wie ihnen Tamara Swensson von den Lebenshilfe-Werkstätten versicherte. Der erwünschte Umsatz sei nie eingetreten. Vielmehr kauften die Besucher nach ihren Worten lediglich kleine Warenmengen, was sich auf Dauer nicht auszahlte. „Wir haben jedes Jahr Geld dazu gegeben, eine fünfstellige Summe, weil wir dachten, das wird noch“, erklärte Tamara Swensson. „Trotzdem wurden die Zahlen immer schlechter.“ Die Baustelle am Bahnhof habe das Geschäft schließlich weiter erschwert.

Ein Problem in vielen Städten

Damit offenbart sich in Cottbus ein ähnliches Problem, wie es auch in anderen Städten besteht. In Spremberg mussten in der Vergangenheit ebenfalls Geschäfte ihren Betrieb aufgeben, die zwar eine hohe Zahl von Kunden verzeichneten. Nur kaufte jeder dieser Kunden gerade mal ein paar Artikel, mal ein Stück Butter, eine Tüte Milch, etwas Obst. Die Spremberger Stadtplanerin Claudia Wolf stellte dazu vor zwei Jahren fest: „Das ist zu wenig, als dass es sich für die Inhaber rechnen würde.“

Trotzdem glaubt Tamara Swensson von den Cottbuser Lebenshilfe-Werkstätten daran, dass ein Geschäft wie der Cap-Markt an einem anderem Ort als der Pücklerpassage eine Chance hätte. Mehrere Varianten hat sie nach eigenem Bekunden erwogen. In der Lobedanstraße befindet sich ein Mietobjekt, das die Lebenshilfe ohnehin betreibt. Doch den Standort bewerten die Mitarbeiter nicht als optimal. Das Gelände am Busbahnhof in der Marienstraße war ebenso als ein möglicher Standort für den Markt im Gespräch. Doch Tamara Swensson weiß nicht, welche Pläne der neue Eigentümer dieser Fläche verfolgt. „Wir müssen mehrere Faktoren in Betracht ziehen“, sagt sie. „So gibt es in Cottbus bereits eine hohe Dichte an Einkaufsmärkten.“ Außerdem müsse für ein neues Geschäft eine angemessene Zahl an Parkplätzen vorhanden sein. Schließlich seien die Mietpreise in Cottbus so hoch, dass es immer schwieriger werde, ein solches Projekt wirtschaftlich zu betreiben.

Bei der Entwicklungsgesellschaft Cottbus (EGC) setzt sich Marion Hadzik für den Wunsch nach einem neuen Markt der Lebenshilfe-Werkstätten ein. „Wir suchen nach einem Grundstück oder einem Neubau, in dem sie sich einmieten können“, erläutert sie. „Das Thema ist noch nicht vom Tisch.“

Zukunft in der Passage bleibt unklar

Derzeit sieht es nicht so aus, als würde sich ein neues Geschäft am früheren Platz des Cap-Marktes in der Pücklerpassage ansiedeln. Darauf weist der CDU-Stadtverordnete Wolfgang Bialas hin, der im April am Gespräch im Stadthaus teilnahm. Zwar können die Bewohner des Viertels im Bahnhof einkaufen, wie er anmerkt. Doch sie müssten höhere Preise in Kauf nehmen. Der Bürgerverein Spremberger Vorstadt wird sich ebenso wie die Mitarbeiter des Rathauses dafür einsetzen, dass in der Passage wieder ein Discounter unterkommt, wie Wolfgang Bialas berichtet.