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| 17:03 Uhr

Cottbus
Cottbus muss bei Schadstoffsanierung Gas geben

 2018 hat die Stadt zwei neue Brunnen errichtet, um Schadstoffe vom alten Potsdamer Chemiehandel aus dem Grundwasser zu filtern.
2018 hat die Stadt zwei neue Brunnen errichtet, um Schadstoffe vom alten Potsdamer Chemiehandel aus dem Grundwasser zu filtern. FOTO: Michael Helbig
Cottbus. Vom Potsdamer Chemiehandel befinden sich noch rund 50 Tonnen Schadstoffe in Boden und Grundwasser. Von Peggy Kompalla

Die Stadt Cottbus muss die Schadstoffsanierung rund um den ehemaligen Potsdamer Chemiehandel beschleunigen. Das erklärt Umweltdezernent Thomas Bergner (CDU). Demnach befinden sich noch rund 50 Tonnen Schadstoffe im Grundwasser. Gleichzeitig läuft die großzügige Förderung für die Sanierung bis zum Jahr 2023 aus. Über das Programm trägt das Land Brandenburg mit 90 Prozent den Löwenanteil der Kosten. „Allein hätten wir die Sanierung gar nicht in Angriff nehmen können“, konstatiert Bergner.

Dem Dezernenten zufolge laufen derzeit in der Verwaltung die Vorbereitungen für die Intensivierung der Sanierung. In dem Bereich des alten Chemiehandels sollen die Schadstoffe demnach über die Bodenluft und eine Grundwasserreinigung herausgefiltert werden. Dafür sind in der Vergangenheit verschiedene Pilotanlagen in der Nähe des Stadtrings errichtet worden.

Zuvor lief die Sanierung des einstigen Industriegeländes über die Bodenluft. Dafür war das gesamte Areal von 26 800 Quadratmetern Größe versiegelt worden. Im Boden liegen Drainagen. Über sie wird mittels Unterdruck die Bodenluft abgesaugt und die leicht flüchtigen Chlorkohlenwasserstoffe ausgefiltert. Diese Chemikalien gelangten den Schilderungen zufolge größtenteils in den 70er-Jahren in den Boden. Dabei handelte es sich unter anderem um die Lösemittel Tri- und Tetrachlorethen, Schwefelsäure und Aceton. Neben der Bodenluftreinigung wird nun auch das Wasser von den Schadstoffen gefiltert. Dabei wird es angesaugt und in Bewegung gebracht.

„Dabei werden die leicht flüchtigen Schadstoffe aktiviert“, erklärt Thomas Bergner. Diese werden abgesaugt. Darüber hinaus werden die Schadstoffe zusätzlich über die Zugabe von Biokatalysatoren gebunden.

Obwohl vom Gelände des alten Chemiehandels keine Schadstoffe mehr ins Umfeld ausgetragen werden, dürfen in weiten Teilen der Stadt – insbesondere in Ströbitz – keine Grundwasserbrunnen genutzt werden. Die Grundwasserbelastung wird im Stadtgebiet ständig überwacht.