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| 15:17 Uhr

Cottbus
Marodes Polizeigebäude wird saniert

FOTO: LR / Hilscher Andrea
Cottbus. Gestank, feuchte Wände und Fledermäuse in den Fensterritzen: Polizeiarbeit am Bonnaskenplatz ist kein Honigschlecken. Von Andrea Hilscher

Wenn man hört, unter welchen Bedingungen die Polizisten in dem maroden Gebäude am Bonnaskenplatz arbeiten, dann fühlt man sich um mehrere Jahrzehnte zurückversetzt. Es regnet durch die Fenster, es müffelt und die Beamten retten sich mit Provisorien vor dem zunehmenden Verfall. „Einfach unwürdig“, sagt Polizeisprecherin Ines Filohn. Sie erzählt, dass sogar die Kleidung der Beamten nach dem Dienst einen unangenehmen Geruch angenommen habe. „Sie selbst haben das schon gar nicht mehr gemerkt, aber für die Familien daheim war der Muff unangenehm.“

Die Kollegen, die bisher noch nicht in den Neubau in der Jury-Gagarin-Straße umziehen konnten, dürfen jetzt auf Besserung hoffen. Seit einigen Tagen ist das Gebäude eingerüstet. Wie Daniel Pacht vom Brandenburgischer Landesbetrieb für Liegenschaften und Bauen (BLB) auf Nachfrage mitteilt, kam es allerdings bereits jetzt zu ersten Bauverzögerungen: Bei den Arbeiten zur Fensterauswechselung wurden in den Fugen der Betonfertigteile im Außenwandbereich Fledermausbrutstellen entdeckt. Um die Brut nicht zu gefährden kam es zu Wartezeiten.

 Das ehemalige Polizeipräsidium am Bonnaskenplatz wird für 4,5 Millionen Euro saniert.
Das ehemalige Polizeipräsidium am Bonnaskenplatz wird für 4,5 Millionen Euro saniert. FOTO: LR / Hilscher Andrea
 Das ehemalige Polizeipräsidium am Bonnaskenplatz wird für 4,5 Millionen Euro saniert.
Das ehemalige Polizeipräsidium am Bonnaskenplatz wird für 4,5 Millionen Euro saniert. FOTO: LR / Hilscher Andrea

Die Behörde rechnet im Frühjahr 2020 mit der Fertigstellung. Bis dahin müssen die Mitarbeiter mehrfach innerhalb des Gebäudes umziehen, um den Bauarbeiten auszuweichen. Ines Filohn: „Das sind kleine Unannehmlichkeiten, die wir gerne in Kauf nehmen, wenn es dann endlich wieder zumutbare Arbeitsbedingungen gibt.“ Momentan arbeiten etwa 70 Menschen in den Gebäude.

Für insgesamt 4,5 Millionen Euro werden in den kommenden Monaten nicht nur die Fenster ausgewechselt. Es geht auch um die brandschutztechnische Ertüchtigung des gesamten Gebäudes. Diese umfasst nach Angaben des BLB den Rückbau und die Erneuerung der technischen Anlagen. Eine Brandmeldeanlage und Sicherheitsbeleuchtung werden eingebaut, Maler- und Fußbodenlegerarbeiten sind geplant.

Die Maßnahmen werden etagenweise durchgeführt und fertiggestellt.

Derzeit sind die Kriminalpolizei der Polizeidirektion Süd, die Polizeiliche Prävention, die Sandower Revierpolizei, der Polizeiärztliche Dienst und Mitarbeiter des Landeskriminalamtes am Bonnaskenplatz untergebracht.