(hil) Kerstin Kircheis, Bürgervereinschefin von Sachsendorf/Madlow, kann auf einem Ortsteilrundgang mit Oberbürgermeister Holger Kelch über viele schöne Themen sprechen: Das gelungene, neu konzipierte Stadtteilfest, die noch immer intakten Springbrunnenbecken an der Gelsenkirchener Allee, die Hoffnungen auf Verbesserungen bei maroden Schul- und Radwegen, die bevorstehende Gründung eines Fördervereins für die geplante Hundewiese.

Nicht bestätigen konnte die Stadtverwaltung das Gerücht, dass sich rund um das Gelände des früheren Kaiser-Supermarktes etwas tut. Doreen Mohaupt, Fachbereichsleiterin Stadtentwicklung: „Bei uns hat sich leider kein Investor gemeldet.“

Ein massives Problem wollen Verwaltung, GWC und Sozialbehörden jetzt gemeinsam angehen: Seit Monaten fühlen sich die Sachsendorfer von einem psychisch Kranken Mann gestört. Der auch körperlich behinderte Mann haust in den Grünanlagen, bedroht Geschäftsleute und verschmutzt Haus- und Ladeneingänge mit seinem Kot. Vonseiten des Bürgervereins wurde bereits mit zahlreichen Institutionen sowie mit seiner Betreuerin Kontakt aufgenommen. Die gesetzlichen Hürden für eine mögliche Unterbringung sind allerdings hoch. René Land vom Ordnungsamt: „Wir sehen darin allerdings die einzige Chance, um sowohl dem Mann als auch den Anwohnern und Geschäftsleuten zu helfen.“ Durch seine Bedrohungen und durch Bewerfen von Menschen mit Steinen und Flaschen ist der Mann offenbar zu einer Gefahr für die öffentliche Ordnung geworden.

Zweites Problemfeld: das Sachsendorfer Zelt. 2011 erbaut, gab es in der Vergangenheit immer wieder kleinere und größere Probleme mit Lärm und Vandalismus. „Aber während die Jugendlichen inzwischen gegen 19.30 Uhr das Feld räumen, machen seit einigen Wochen junge Erwachsene im Alter zwischen 25 und 30 bis tief in die Nacht Krach“, sagt Jürgen Krebs vom Bürgerverein.

Er selbst habe immer wieder versucht, mit der Gruppe zu sprechen,wurde jedoch respektlos und abfällig behandelt. Jetzt hatte der Bürgerverein eine pfiffige Idee: Seit einigen Tagen wird die Beleuchtung des Zeltes um 22 Uhr ausgeschaltet. „Seitdem ist es nachts wunderbar ruhig“, schwärmt Krebs.