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| 18:30 Uhr

Zukunftstechnologie
Cottbus soll durchatmen

 Mit ihren Unterschriften knüpfen die Partner das Wasserstoffnetzwerk durcH 2 atmen und wollen Cottbus damit zur modernen Vorzeigestadt machen.
Mit ihren Unterschriften knüpfen die Partner das Wasserstoffnetzwerk durcH 2 atmen und wollen Cottbus damit zur modernen Vorzeigestadt machen. FOTO: LR / Peggy Kompalla
Cottbus. Stadt knüpft Wasserstoffnetzwerk, das Partner von Wissenschaft und Wirtschaft zusammenbringt. Das Projekt soll den Standort Lausitz stärken. Von Peggy Kompalla

Am Anfang war Cottbusverkehr auf der Suche nach einem neuen, umweltfreundlichen und effektiven Antrieb für seine Busse. Mit dem nun aus der Taufe gehobenen Wasserstoffnetzwerk durcH2atmen soll viel mehr erreicht werden. Es geht um Energieversorgung und Stadtplanung, Wirtschaftsentwicklung und Forschung. Cottbus will Wasserstoffmodellstadt werden. Dafür gibt es Unterstützung von Bund und Land.

Am Dienstag haben die Netzwerker eine gemeinsame Absichtserklärung unterzeichnet. Denn in Cottbus wird an der Zukunftstechnologie längst geforscht und gearbeitet. Zu den Partnern gehören neben der Stadt, Cottbusverkehr und der städtischen Wirtschaftsfördergesellschaft EGC, die BTU Cottbus-Senftenberg, das Cebra Centrum für Energietechnologie Brandenburg, die WTT Werkstoff GmbH, die Wankel Supertec GmbH, die Euro-K GmbH sowie die Ingenieur-Gruppe Berg. Die Industrie- und Handelskammer Cottbus wird sich um Organisation und Management des Netzwerks kümmern.

Zudem gab es für Cottbus in der vergangenen Woche den Zuschlag im bundesweiten Ideenwettbewerb „Reallabore der Energiewende“. Cottbus wird gemeinsam mit den Städten Spremberg, Lübbenau und Lübben zum „Reallabor Lausitz“ gemacht. Dabei geht es um energieeffizientes Bauen, emissionsarmen Verkehr und die städtische Versorgungsinfrastruktur. Cottbus will unter anderem ein Nullenergiequartier an der Marienstraße entwickeln, Energieversorgung und -verbrauch in kommunalen Gebäuden überwachen und intelligent steuern sowie den Nahverkehrs auf Wasserstoffantriebe umstellen.

Cottbusverkehr hat zudem vom Land Brandenburg eine Förderzusage zur Anschaffung eines Wasserstoffbusses erhalten. Geschäftsführer Ralf Thalmann erklärt: „Mit dem Bus allein ist es nicht getan. Es geht um den Aufbau einer Infrastruktur. Das wird die größte Herausforderung.“ Dazu gebe es längst Kontakte mit der BTU, aber auch den Wunsch, mit dem Wasserstoff-Referenz-Kraftwerk Lausitz in Schwarze Pumpe zusammenzuarbeiten.

Dabei taugt Wasserstoff nicht nur als Antrieb, sondern auch als Energiespeicher. Professor Dr.-Ing. Peter Berg vom Lehrstuhl Verbrennungskraftmaschinen und Flugantriebe wünscht sich deshalb auch eine ganzheitliche Denkweise. „Mit einer dezentralen Energieversorgung über die Turbo Fuel Cell werden wir eine gesellschaftliche Veränderung erleben.“ An den über das Internet verbundenen Turbo-Zellen forscht der Professor und will es mit seinen Unternehmen bis zum Jahr 2026 zur Marktreife bringen. Produktionsstandort: Cottbus.

Oberbürgermeister Holger Kelch (CDU) sieht in dem Wasserstoffnetzwerk und der damit verbundenen Forschung und Entwicklung eine Zukunftschance: „Was in den Laboren erforscht wird, wollen wir in die Praxis bringen. Die BTU und all die anderen Partner haben gute Ideen. Die sollen nicht nach Baden-Württemberg abwandern, wie in der Vergangenheit oft genug geschehen, sondern den Mittelstand in der Lausitz stärken.“ Die Netzwerker betonen, dass das Wasserstoff-Bündnis offen für weitere Partner ist. „Wir wollen dem alten Energiestandort eine neue Zukunft geben“, so Kelch.

 Mit ihren Unterschriften knüpfen die Partner das Wasserstoffnetzwerk durcH 2 atmen und wollen Cottbus damit zur modernen Vorzeigestadt machen.
Mit ihren Unterschriften knüpfen die Partner das Wasserstoffnetzwerk durcH 2 atmen und wollen Cottbus damit zur modernen Vorzeigestadt machen. FOTO: LR / Peggy Kompalla