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| 02:48 Uhr

"Cottbus in Misskredit"

Oberbürgermeister Holger Kelch braucht gelegentlich Kaugummi als Nervennahrung, dabei sieht es doch mit dem Haushalt der Stadt sehr gut aus.
Oberbürgermeister Holger Kelch braucht gelegentlich Kaugummi als Nervennahrung, dabei sieht es doch mit dem Haushalt der Stadt sehr gut aus. FOTO: Michael Helbig/mih1
Cottbus. Oberbürgermeister Holger Kelch (CDU) hat vor dem Stadtparlament am Mittwoch den Aufmarsch von vermummten Rechtsextremen scharf verurteilt. Bei der Schweigeminute für den verstorbenen Holocaust-Überlebenden Max Schindler verließ der NPD-Mann Ronny Zasowk den Raum. Peggy Kompalla

Das Cottbuser Stadtparlament hat am Mittwoch dem Holocaust-Überlebenden Max Schindler mit einer Schweigeminute gedacht. Der gebürtige Cottbuser starb mit 87 Jahren in San Diego. Von seiner Familie überlebten nur er und sein älterer Bruder Alfred den Holocaust. Heute erinnern Stolpersteine an die Familie Schindler vor ihrem einstigen Wohnhaus in der Calauer Straße.

Oberbürgermeister Holger Kelch erinnerte an den Besuch von Max Schindler vor zwei Jahren in Cottbus, bei dem er sich auch in das Goldene Buch der Stadt eintrug. "Das waren Gesten der Versöhnung, die wir auch angesichts des Holocaust-Gedenktages am Freitag nicht vergessen werden", versprach er.

Während der NPD-Abgeordnete Ronny Zasowk bei der Schweigeminute noch den Saal noch verlassen hatte, hörte er sich die klaren Worte von Oberbürgermeister Holger Kelch in seiner Ansprache dann in voller Länge an. Das Stadtoberhaupt erklärte zu dem unangemeldeten Aufmarsch vermummter Rechtsextremer am 13. Januar: "Es ist versucht worden, Cottbus in Misskredit zu bringen. Solche Leute mit ihrem Hass, ihren einfachen Botschaften und ihrem Auftreten sollen nicht das Bild von Cottbus bestimmen." Die Landesregierung sei angesichts des Vorfalls massiv gefordert, durch ausreichende Präsenz der Polizei und ausreichende Ausstattung des Staatsschutzes Ordnung und Sicherheit zu gewährleisten. Dies sei umso wichtiger mit Blick auf den 15. Februar. Dabei stellte der Oberbürgermeister klar: "Der Tag der Bombardierung von Cottbus durch die Alliierten brachte den von Deutschland entfesselten Zweiten Weltkrieg zurück in unsere Stadt. Wir dürfen und werden diesen Tag nicht vergessen."

Das Stadtparlament setzte später ein klares Signal und votierte für den Aufruf des Aktionsbündnisses "Cottbus bekennt Farbe". Lediglich NPD-Mann Zasowk stimmte dabei mit Nein und die AfD-Fraktionschefin Marianne Spring-Räumschüssel enthielt sich.