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Cottbus hat eine neue Rathaus-Spitze

Die neue Bürgermeisterin Marietta Tzschoppe und Oberbürgermeister Holger Kelch.
Die neue Bürgermeisterin Marietta Tzschoppe und Oberbürgermeister Holger Kelch. FOTO: sh
Cottbus. Mit der Wahl seiner Stellvertreterin und des Finanzbeigeordneten hat Oberbürgermeister Holger Kelch (CDU) seine neue Mannschaft aufgestellt. Doch ein Posten bleibt weiter vakant – ausgerechnet der mit dem meisten Aufregerpotenzial. Peggy Kompalla

Das Stadtparlament hat am Mittwoch die neue Rathaus-Spitze gewählt. Mit großer Mehrheit (36 von 40 Stimmen) sprachen die Abgeordneten Marietta Tzschoppe (SPD) ihr Vertrauen aus und bestimmten sie zur neuen Bürgermeisterin. Damit ist die bisherige Beigeordnete für Stadtentwicklung und Bauen nun auch erste Stellvertreterin für Oberbürgermeister Holger Kelch (CDU). Der Verkündung des Ergebnisses folgte schallender Applaus vom hohen Haus und es flossen ein paar Tränen - sowohl bei der neuen Bürgermeisterin als auch beim Oberbürgermeister. Bei der Gratulation schien er seine Stellvertreterin fast zu erdrücken. So herzlich fiel die Umarmung aus.

Die neue Rathaus-Mannschaft wird mit Markus Niggemann (CDU) als neuem Beigeordneten für Finanzen und Verwaltungsmanagement (33 von 40 Stimmen) komplettiert. Der 38-Jährige verfolgte die Wahl per Internet-Live-Übertragung. Er arbeitet derzeit in der Schweiz für den Management-Berater Accenture GmbH und bringt es auf elf Jahre Erfahrung im Krisenmanagement in der freien Wirtschaft. Er kommt zum 1. September nach Cottbus.

Dagegen wird der Posten des Beigeordneten für Ordnung, Sicherheit, Umwelt und Bürgerservice nur amtierend besetzt. Bis auf weiteres übernimmt ihn Umweltamtschef Thomas Bergner. Das ist der am stärksten umstrittene Rathaus-Posten, fällt doch in den Zuständigkeitsbereich die Erhebung von Altanschließer-Beiträgen.

Der Arbeitsvertrag des bisherigen Beigeordneten Lothar Nicht (Linke) läuft am heutigen Donnerstag aus. Eberhard Richter betonte auf RUNDSCHAU-Nachfrage: "Wir werden keinen neuen Kandidaten für diesen Beigeordneten-Posten benennen. Das käme einem Verrat gleich. Wir haben uns für eine Verlängerung des Vertrages von Lothar Nicht eingesetzt." Oberbürgermeister Kelch sprach sich dagegen aus.