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Baustelle Bahnhof Cottbus
Gutachter-Streit um alten Asphalt

Sondermüll oder Bauschutt? Diese Frage musste erst geklärt werden, bevor der Asphaltbruch nun entsorgt werden kann.
Sondermüll oder Bauschutt? Diese Frage musste erst geklärt werden, bevor der Asphaltbruch nun entsorgt werden kann. FOTO: Michael Helbig
Cottbus. Die Bahnhofbaustelle musste bis zum Ergebnis dreier Prüfungen ruhen. Jetzt soll’s weitergehen.

Sondermüll oder doch normaler Bauschutt? Drei Gutachten waren nötig, um diese Frage zu klären. Deshalb hat sich an der Bahnhofbaustelle in den vergangenen Wochen nichts gerührt. Doch dieser Tage geht es weiter, versichert Christin Heldt von Cottbusverkehr. „Der Asphalt kann nun normal entsorgt werden.“ Dabei handelt es sich um die abgetragene Fahrbahn und Straßenbahntrasse am Bahnhofsberg.

Stadtsprecher Jan Gloßmann erklärt das Hin und Her. „Ein Gutachter hatte bei seiner Untersuchung Schadstoffe im Asphaltbruch festgestellt, woraufhin ein zweiter Gutachter herangezogen wurde. Der kam zu dem Ergebnis, dass der Asphalt unproblematisch ist.“ Da sich nun zwei Fachmeinungen widersprachen, einigten sich die Bauherren laut Stadtverwaltung auf die Expertise eines dritten Gutachters. Der bestätigte: Der Asphalt kann ganz normal entsorgt werden.

Während die Fachleute eine Bauschuttuntersuchung nach der anderen vornahmen, ruhte die Baustelle mehrere Wochen. Doch das führe zu keiner Bauverzögerung, versichert Unternehmenssprecherin Christin Heldt. „In der Zeit sind planerische Arbeiten erledigt worden, die ohnehin anstanden.“

Nachdem der abgetragene Asphalt in den nächsten Tagen entsorgt wird, geht es an der Bahnhofsstraße direkt weiter. „Als nächstes wird der Schwenk vom Bahnhofsberg hergerichtet, also die Gleise über die Straße gelegt und zum Vorplatz geführt“, erklärt Christin Heldt. Danach werden die Fahrleitungsmasten gesetzt. Parallel dazu beginnen die Planungen für den Einbau der zwei Weichen auf dem Vorplatz.“ In diese Arbeiten wird allerdings aller Voraussicht nach der Winter hineinfunken. Sie werden sich bis ins nächste Jahr hineinziehen.

Der Bahnhof ist derzeit die größte Baustelle der Region. Bis zum Jahr 2020 soll der Bahnhof modernisiert werden. Die Stadt investiert dafür rund 18 Millionen Euro und verwandelt den Vorplatz in einen echten Verkehrsknoten für Bus, Bahn und Auto. Darüber hinaus wird der Personentunnel in Richtung Norden verlängert. Die Deutsche Bahn erneuert die Bahnsteige und den Tunnel für insgesamt 30 Millionen Euro.