Von Bodo Baumert
und Christian Taubert

Es ist ein Bild mit Symbolcharakter. Seit Monaten ist die Tür am Haus der Handwerkskammer in Cottbus mit Brettern versperrt. Ein Zettel informierte Kunden der Sparkasse Spree-Neiße, was hier in der Nacht zum 26. Juli geschehen war: Um 3.43 Uhr waren Anwohner durch einen lauten Knall geweckt worden. Die Bankomatensprenger, die seit Monaten in der Lausitz ihr Unwesen treiben, hatten wieder zugeschlagen.

„Durch die Detonation wurde der Automat komplett zerstört, ein Kontoauszugdrucker, Trockenbauwände sowie Glastüren stark beschädigt“, beschrieb Polizeisprecher Torsten Wendt die Lage am Morgen danach. Die Explosion war so heftig, dass sogar die Feuerwehr anrücken musste, um einen kleinen Brand im Raum zu löschen. „Durch die Explosion ist leider erheblicher Schaden für die Handwerkskammer Cottbus entstanden, dessen ganzes Ausmaß wir im Moment noch nicht abschätzen können“, berichtete Christoph Schäfer, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer.„Es ist nicht zu fassen, mit welcher Dreistigkeit die Täter mittlerweile vorgehen“, wunderte sich Ulrich Lepsch, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Spree-Neiße, nach der Tat. „Mitten im Stadtzentrum so eine Tat zu begehen, wo viele Menschen in unmittelbarer Nähe leben, das ist schockierend.“

Nun sind die erheblichen Schäden am Gebäude endlich beseitigt, wie Knut Deutscher, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer, mitteilte. Am Montag soll das Kundenzentrum wieder vom Altmarkt aus erreichbar sein. Kammerpräsident Peter Dreißig erinnerte noch einmal an die Verwüstung durch die Sprengung und fügte hinzu: „Ich habe nicht gedacht, das wir schon zehn Jahre nach Eröffnung unseres Kundenzentrums komplett sanieren müssen.“

Ein neuer Geldautomat wurde ebenfalls aufgestellt. Er ist ab Samstagfrüh 6 Uhr wieder für die Kunden verfügbar. Ralf Braun, Vorstandsmitglied der Sparkasse Spree-Neiße, macht deutlich, dass es heute nicht mehr selbstverständlich sei, Geldautomaten zu beherbergen. „Wir sind der Handwerkskammer dankbar, dass sie uns weiterhin diese Möglichkeit bietet.“

Zugleich verweist er auf beachtliche 7300 Nutzer an diesem Geldautomaten pro Monat und versichert, dass sich die Sparkasse Spree-Neiße trotz der erheblichen Zunahme von Einbrüchen und Beschädigungen der Automaten und Filialen „nicht aus der Fläche zurückziehen wird“.

Reagiert hat die Sparkasse auf den Anschlag und die vergleichbaren Fälle in der Region gleichwohl schon. Man habe „in Technik der neusten Generation mit höchster Sicherheitsstufe“ investiert. Um den Schutz und die Sicherheit zu erhöhen, bleibt die SB-Geschäftsstelle am Altmarkt künftig nachts allerdings von 0 Uhr bis 6 Uhr geschlossen.