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| 18:20 Uhr

Architekturwettbewerb
Führungen in die Zukunft

 Der Siegerentwurf des Münchner Architekturbüros Fink & Jocher: Hier ein Blick von der Franz-Mehring-Straße auf die neuen Häuser.
Der Siegerentwurf des Münchner Architekturbüros Fink & Jocher: Hier ein Blick von der Franz-Mehring-Straße auf die neuen Häuser. FOTO: Fink & Joch / Peggy Kompalla
Cottbus. Ausstellung im Rathaus zeigt die Entwürfe für den Neubau von 150 Wohnungen an der Briesmannstraße. Von Peggy Kompalla

Im Foyer des Rathauses am Neumarkt warten Zukunftspläne auf neugierige Betrachter. Dort werden derzeit die zehn besten Entwürfe gezeigt, die innerhalb des Wettbewerbes zum Neubau von bis zu 150 Wohnungen an der Briesmannstraße entstanden sind. Durch die Ausstellung führt um jeweils 19 Uhr am Dienstag, 2. Juli, und Mittwoch, 10. Juli, der renommierte Cottbuser Architekturprofessor Heinz Nagler.

Der Professor saß dem Preisgericht des Wettbewerbs vor und kennt die Entwürfe und die damit verbundenen Ideen zur Entwicklung der Brache gegenüber der Enke-Fabrik besonders gut. Das Grundstück hat die Gebäudewirtschaft Cottbus (GWC) erworben und will dort Wohnungen errichten. Mit Architekturwettbewerben hat der Großvermieter bereits gute Erfahrung gemacht. So ist der Entwurf für das Wohnhaus am Bahnhofsberg ebenfalls aus einem Wettbewerb hervorgegangen.

Um den Neubau in Ostrow haben sich 83 Architekturbüros Gedanken gemacht. Nach einer ersten Bewertung der Jury kamen zehn Entwürfe in die zweite Runde. Daraus wurden die drei Favoriten bestimmt. Laut GWC-Chef Torsten Kunze fiel die Wahl für die drei Erstplatzierten einstimmig.

Bei dem Wettbewerb setzte sich das Münchner Architekturbüro Fink & Jocher durch, gefolgt von RSAA aus Köln und Kopperroth Architektur und BBZ Landschaftsarchitekten aus Berlin. GWC-Chef Torsten Kunze rechnet im Jahr 2021 mit dem Baustart in Ostrow. Die Kosten werden demnach über 20 Millionen Euro liegen.

Mit dem Siegerentwurf werden drei kleine Nachbarschaften mit je 50 Wohnungen geschaffen. Die Vorgabe war dabei, dass in dem Ensemble sowohl Sozial-, als auch gehobene Miet- und Eigentumswohnungen entstehen. Zusätzlich ist eine neue Gemeinschaftswohnform vorgesehen. Auch die Bäume auf der Brache sollten dabei erhalten bleiben.

Der Münchner Architekturprofessor Thomas Jocher erklärte bei der Preisübergabe: „Uns hat es gereizt, in Cottbus zu bauen.“ Beim Besuch der Stadt sei ihm der Jugendstil ins Auge gefallen. „Es ist schon ein Hunger nach Bewährtem zu spüren.“ In der Nähe zur Altstadt gehe es beim Neubau auch um Stadtreparatur. „Wir wollten mit dem Entwurf etwas Einfaches, aber Wertvolles schaffen, das 100 Jahre und länger steht und wofür wir uns nicht entschuldigen müssen.“

 Der Siegerentwurf des Münchner Architekturbüros Fink & Jocher: Hier ein Blick von der Franz-Mehring-Straße auf die neuen Häuser.
Der Siegerentwurf des Münchner Architekturbüros Fink & Jocher: Hier ein Blick von der Franz-Mehring-Straße auf die neuen Häuser. FOTO: Fink & Joch / Peggy Kompalla