Von Peggy Kompalla

Im Tierpark soll es nicht nur den Tieren gut gehen. Auch das Wohlbefinden der Besucher liegt dem Betrieb am Herzen. Deshalb ist in diesem Jahr rund um die Gaststätte Einiges geplant. Die erweiterte Terrasse ist rechtzeitig zum Osterwochenende fertig – wenn auch die Fugen noch verfüllt werden müssen und die Bäume fehlen, die künftig Schatten spenden werden. Momentan ist sowieso noch jeder Sonnenstrahl willkommen. Direktor Dr. Jens Kämmerling freut sich über den Fortschritt. Er hat noch größere Pläne.

Künftig sollen die Besucher direkt von der Terrasse aus Mensch und Tier beobachten können. Auf der einen Seite wird ein Teich angelegt. Die Umrandung ist schon gut zu erkennen. Direkt dahinter wird sich ein Affenwald anschließen. Auf der anderen Seite der Terrasse wird die Spielfläche um neue Geräte ergänzt. „Dann gibt es von hier immer etwas zu gucken“, sagt Jens Kämmerling und lässt schon mal den Blick von dem Plateau schweifen. „Das wollen wir in diesem Jahr umsetzen.“ Die Arbeiten werden sich bis in den Herbst ziehen.

Den Hawaiigänsen ist das schnurz. Sie zupfen am frischen Gras und schnattern zufrieden. Der plüschige Nachwuchs tut es den Alten gleich. Sie sind gerade von der Voliere auf die Wiese umgezogen. „Das ist jetzt eine Sicherheitsstufe niedriger. Vorher schützte sie ein Netz vor Krähen und Raben“, sagt der Chef. „Aber die Eltern passen gut auf.“ Im Kinderzoo herrscht an diesem Ferientag Betrieb – nicht nur in den Gehegen. Überall tummelt sich Nachwuchs.

Zwischendrin stolziert ein imposanter Hahn mit langem Schweif über die Wege. Pierre Dabow lässt ein hohes Pfeifen hören. Der Hahn kommt im Laufschritt auf ihn zu. „Dicker, wo sind denn Deine Frauen?“, fragt der Tierpfleger. Der Hahn hat seine zwei Damen aus den Augen verloren. In jedem Fall hat er eine wichtige Aufgabe erfüllt. Es gibt erstmals Nachwuchs. Zudem brütet Huhn Gertie seit dem 11. April. „Das sind Vorwerkhühner“, erklärt Pierre Dabow. „Das ist eine alte Rasse. Ein schönes Landhuhn. Die Tiere sollen sich hier frei bewegen.“

Auch die Flamingos können wieder ihre langen Beine strecken. Vor zweieinhalb Wochen sind sie aus dem Winterquartier in ihre große Lagune zurückgekehrt. „Sie fangen schon an zu balzen“, sagt der Chef. „Noch ein bisschen mehr Sonne und sie werden hier im Paradeschritt auf und ab laufen.“ Der Direktor lenkt den Blick der Besucher aufs Wasser. Karpfen! „Zehn Stück haben wir gezählt.“ Die sind freiwillig im Tierpark gelandet, sagt Pfleger Dabow. „Sie sind über den Schieber reingekommen. Jetzt sind sie allerdings zu groß, um wieder rauszukommen.“

Tara trägt ihr Junges wie eine Bauchtasche. Das Katta-Weibchen hat in diesem Jahr als erste Nachwuchs bei den Lemuren aus Madagaskar. Tierpfleger Ronny Jüttner verrät: „Wir erwarten noch mindestens zwei Würfe.“ Die Jungen bleiben anderthalb bis zwei Jahre in der Gruppe. Derzeit tummeln sich elf Affen mit gestreiftem Schwanz in der Anlage – fünf sind Jungtiere aus den Vorjahren. Es gibt immer Action.

Ganz behaglich geht es dagegen bei den Pakas zu. Die südamerikanischen Nager sind die neueste Errungenschaft des Tierparks. Sie sind erst vor wenigen Wochen in Cottbus ins Raubtierhaus gezogen. Das Paar stammt aus dem Tierpark Schönebeck. „Die Pakas sind mit den Meerschweinchen verwandt“, erklärt Jens Kämmerling. Allerdings werden das einmal kapitale Kerlchen. Als Erwachsene bringen sie es auf bis zu zehn Kilogramm. Noch sind sie Halbwüchsige. Das frische Obst ist verlockend genug, sie kommen aus ihrem Versteck und zeigen ihr braunes Fell mit der schönen Zeichnung aus Streifen und Tüpfeln.

Auf eine kleine Wellness-Kur warten derweil die Ziegen. Bürsten liegen für die Besucher griffbereit. „Die lieben das“, versichert Direktor Kämmerling. Allerdings nur die Alten. Dabei waren die Zwergziegen fleißig. Der Kindergarten ist gut gefüllt – mit drei Böckchen und sechs Zicklein. „Wir hatten diesmal sogar Drillinge.“ Einzig bei den Sattelschweinen geht es eher gemächlich zu. In diesem Jahr haben sie keinen Nachwuchs. Der Eber habe sich zwar bemüht, aber es hat nicht gereicht. Dann eben nächstes Jahr.