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| 17:16 Uhr

Cottbus früher und heute
500 Jahre Mühlengeschichte

Die historische Postkarte: In der Chronik der jetzigen Besitzer ist nachzulesen, dass die erste bekannte urkundliche Erwähnung der Madlower Mühle vom 29. Juli 1495 stammt.
Die historische Postkarte: In der Chronik der jetzigen Besitzer ist nachzulesen, dass die erste bekannte urkundliche Erwähnung der Madlower Mühle vom 29. Juli 1495 stammt. FOTO: Sammlung Hans Krause
COTTBUS. Heimatforscherin Dora Liersch erzählt die Geschichte der Großen Mühle in Madlow anhand einer historischen Postkarte. Sie stammt aus der Sammlung von Hans Krause.

Im Jahre 1933 feierten die Mühlenbesitzer der Großen Mühle Madlow den 25. „Geburtstag“ der Mühle, die zu dieser Zeit eine G.m.b.H. war und aus eine Roggen- und Weizenmühle, Speiseleinölmühle und einer Schneidemühle bestand. Demnach wäre die Mühle mit dem markanten Ziegelbau im Jahre 1908 eingerichtet worden und eine der jüngsten Mühlen an der Spree und dem Priorgraben.

Doch ist der Mühlenstandort viel älter. In einer Mühlenwerbung der Familie Vogel aus dem Jahre 1933 geht hervor, dass der Name des Erbmüllers Vogel im Zusammenhang mit Mühlen schon in den Kirchbüchem von Madlow um 1600 genannt wird. Den Vogels gehörte einst der ganze Lauf der Spree von Gallinchen bis zur Markgrafenmühle. Die letzte Mühle der Familie Vogel war noch bis zur Mitte des vorigen Jahrhunderts die Priormühle an der Madlower Hauptstraße.

Unsere alte Postkarte der Großen Mühle Madlow mag 1939 oder Anfang der 1940er Jahre hergestellt worden sein, denn im „Cottbuser Anzeiger“ vom 2. Juni 1939 wird unter der Überschrift: „Ein Denkmal des Vierjahresplanes. Das Vorratshaus aus Beton und Eisen“, unter anderem berichtet: „Unsere größte Mühle im Kreise Cottbus, die Große Mühle Madlow, ist daran gegangen, einen Getreidesilo zu bauen von wahrhaft gigantischen Ausmaßen, ca. 35 Meter hoch. Aus einer Reihe von runden Behältern bestehend, erhebt sich dieses Bauwerk aus reinem Eisen und Beton. Selbstverständlich wurde von vornherein auf leichte Bedienung usw. größter Wert gelegt. Über automatische Wagen trägt ein Aufzug das Getreide bis in die höchste Spitze, von wo es über einen Verteilerkopf, der ebenfalls von unten bedient wird, den einzelnen Silos zuläuft. In diesen Behältern ruht nun das Getreide sauber und den Schädlingen nicht erreichbar, kontrolliert in jeder Höhe der Schichten von automatischen Fernthermometern. Reinigungsmaschinen, Gebläse und Förderanlagen vervollständigen die Inneneinrichtung. Überhaupt fällt die, man möge sagen, laboratoriumsmäßige Sauberkeit der ganzen Einrichtung auf. Tausende von Tonnen können hier gelagert werden und so eine Reserve bilden, falls uns der Wettergott einmal einen Strich durch die Emtehoffnungen macht. Ganz oben befindet sich eine Plattform, von der man einen herrlichen Rundblick über den Kreis Cottbus bis weit in die Nachbarkreise hinein hat. Auch an diesem Gebäude sieht man technische Höchstleistung vereint mit Schlichtheit und Gradheit ...“, so schwärmte der damalige Leiter der Kreisbauemschaft Cottbus. Die Familie Karow G.m.b.H. war seinerzeit im Besitz der Mühle. Nur wenige Jahre später, fast zum Ende des Zweiten Weltkriegs, genau am 22. April 1945, brannten die Mühlengebäude aus.

Mühsam war der Wiederaufbau, zumal die Mühlenanlage Volkseigentum wurde. Erst 1990 bekam die Familie Karow ihr Eigentum zurück und begann hoffnungsvoll einen Neuanfang. Im Jahr 1995 wurde nach 500 Jahre der Mühlenbetrieb eingestellt. Mehr zur Historie: www.stg-cottbus.de

Seit 1998 hat die Firma STG Combustion Control GmbH und Co. KG in dem ehemaligen Mühlenanwesen seinen Sitz.
Seit 1998 hat die Firma STG Combustion Control GmbH und Co. KG in dem ehemaligen Mühlenanwesen seinen Sitz. FOTO: Dora Liersch
2c Cottbus Früher Heute
2c Cottbus Früher Heute FOTO: LR / Schubert, Sebastian