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| 07:26 Uhr

Stadtfest
Musik, Spaß, Action: Cottbuser feiern drei Tage lang

 Tausende Gäste werden auch in diesem Jahr zu einem friedlichen und fröhlichen Fest in Cottbus erwartet.
Tausende Gäste werden auch in diesem Jahr zu einem friedlichen und fröhlichen Fest in Cottbus erwartet. FOTO: Michael Helbig
Cottbus. Bunte Shows, Stars und Kultbands locken am Wochenende zum 28. Cottbuser Stadtfest in die City. Wer sich nicht an die Hausordnung hält, bekommt Platzverweis. Von Silke Halpick

Die Stadt ist in Feierlaune. Am Freitag wird das Stadtfest eröffnet, das größte Event, das die Region zu bieten hat. Tausende Besucher werden in der Innenstadt erwartet. Stars wie Frida Gold oder  „The Lords“ gehören zu den Höhepunkten auf den fünf Bühnen. Besuchermagneten sind aber auch die multikulturelle Essmeile „Cottbus Open“ oder spektakuläre Fahrgeschäfte wie Riesenschaukel und Free-Fall-Tower. Pünktlich zum Stadtfest wird das neue Sicherheitszentrum eröffnet.

Genau einen Tag vor Eröffnung des Stadtfestes wird das viel diskutierte Sicherheitszentrum in der Berliner Straße an den Start gehen. Die Stadt und das Innenministerium hatten sich auf die Einrichtung verständigt, nachdem es gewalttätige Auseinandersetzungen in der Innenstadt gab. Im Sicherheitszentrum sollen jeweils ein Mitarbeiter von Polizei und Ordnungsamt in der Zeit von 10 bis 20 Uhr vor Ort sein. Zum Stadtfest war eine Ausweitung der Öffnungszeiten im Gespräch, doch Details sind noch nicht bekannt.

 Das Cottbuser Stadtfest lockt auch in diesem Jahr wieder viele Besucher in die Cottbuser Innenstadt.
Das Cottbuser Stadtfest lockt auch in diesem Jahr wieder viele Besucher in die Cottbuser Innenstadt. FOTO: Michael Helbig

Grundsätzlich soll das Sicherheitszentrum bei Großveranstaltungen als strategischer Stützpunkt für die Einsatzkräfte dienen. Auch an normalen Tagen können sich die Mitarbeiter der Doppelstreifen im Sicherheitszentrum zu Besprechungen treffen. Bisher haben sie dafür das Rathaus-Foyer genutzt.

Über Sicherheitsvorkehrungen zum Stadtfest will Eberhard Heieck, Geschäftsführer der Veranstaltungsagentur Coex am liebsten gar nicht sprechen. „Danach fragt niemand mehr“, sagt er. Zumindest so lange nicht, wie nichts ins Auge fällt. Das sei die hohe Kunst.  Betonsperren an „neuralgischen Punkten“ gehören zur Grundausstattung. Auch Sicherheitspersonal und Polizei sind auf dem Festgelände unterwegs. Einsatzwagen von Feuerwehr und Rettungskräften werden am Rathaus, der Oberkirche und überall dort, wo es nötig ist, stehen.

Auf dem gesamten Stadtfestgelände gilt die Hausordnung des Veranstalters. „Überall werden Plakate aushängen“, sagt Heieck. Verboten ist das Tragen von Waffen und Messern sowie das Mitbringen von Flaschen, Drogen oder Reizgas. Im Bedarfsfall werden Taschenkontrollen durchgeführt und Platzverbote erteilt, kündigt  Heieck an. Doch davon, so hofft er, werde der Stadtfestbesucher im Idealfall nichts mitbekommen.

An der Organisation des Spektakels ist die Veranstaltungsagentur Coex bereits seit 28 Jahren beteiligt. Doch Routine habe sich auch nach so langer Zeit nicht eingestellt, was vor allem an der Größe und Komplexität des Events liege. „Besondere Herausforderungen gibt es jedes Jahr wieder neu“, sagt Heieck. Diesmal gehört der Oberkirchplatz dazu, der nach seiner Sanierung am Mittwoch eröffnet wird. Danach beginnt der Aufbau. Wegen der neuen Treppenstufen steht weniger Platz zur Verfügung, was den Spielraum für die Fahrgeschäfte einschränkt. Zweite Hausforderung ist der Postparkplatz: Die neu gepflanzten Bäume verkleinern ebenfalls die Fläche. „Zwei Fahrgeschäfte und der Platz ist voll“, sagt Heieck.

Premiere hat die Folklore-Lawine, die diesmal nach Lübbenau und Forst auch auf dem Cottbuser Stadtfest Station macht. Mehr als 350 Gäste aus 13 Ländern werden erwartet und ihr Programm am Sonntagnachmittag auf der Altmarktbühne aufführen. „Der Landkreis Spree-Neiße ist mit diesem Wunsch an uns herangetreten“, erzählt Heieck. Er selbst freue sich über die Aufwertung des Folkloreprogramms, das bislang aus einzelnen Vorführungen einiger Vereine bestand. Umziehen werden sich die Folkloristen im Rathaus – auch das war eine der logistischen Herausforderungen.

„Wichtig ist, dass alles rund läuft und nichts passiert“, sagt Heieck. Er persönlich will keinesfalls „The Lords“ verpassen, die wohl dienstälteste Rockband der Welt, die nach 60 Jahren Bandgeschichte nun auf ihrer Abschiedstour ist. Am Samstagabend stehen sie auf der Bühne im Cottbuser Puschkinpark. Einen Abend später wird hier Frida Gold & Band mit ihren Songs („Wovon sollen wir träumen“) für Stimmung sorgen.

Der Puschkinpark wird auch erneut Schauplatz für die multikulturelle Essmeile „Cottbus open“ am Sonntag. BTU-Studenten werden aus ihren Heimatländern kulinarische Spezialitäten zum Probieren anbieten, beispielsweise aus Ägypten, Bangladesch, Brasilien, Honduras, Indien, Nigeria oder Pakistan. Das ist ein Muss für viele, auch für Eberhard Heieck. „Ich koste jedes Jahr etwas Neues“, sagt er.

Das Programm beim Sorbisch-wendischen Fest am Samstagnachmittag im Puschkinpark reicht von junger sorbisch-wendischer Musik über Jazz, Folk und Popmusik bis hin zu Klängen altslawischer Instrumente. Erstmals ist die Kindertanzgruppe „Lužičanka“ des Sorbischen National­ensembles aus Bautzen mit Folklore und Kindertänzen dabei. Und natürlich wird wieder die beim Publikum beliebte Anne-Marie-Polka getanzt.

Anschließend tritt das Orchester des Cottbuser Konservatoriums auf. Die „Bläser-Kon-Action“ –  das sind 60 musikverrückte Jugendliche und erwachsene Schüler, Lehrer sowie Absolventen, die ein Feuerwerk an Film- und Musicalmelodien in den Cottbuser Konzerthimmel spielen wollen.

Bei der karibischen Nacht am Freitagabend auf der Bühne am Stadtbrunnen erklingt lateinamerikanische Musik, gespickt mit Limbo- und Showeinlagen. Mit dabei sind „Misses Melaza“, ein Bandprojekt aus Berlin mit kubanischer Frauenpower, bekannt aus „The Voice of Germany“.

Für Adrenalin-Junkies gibt es spektakuläre Fahrschäfte wie den Free-Fall-Tower und die Riesenschaukel „HyperX“. Diese schwingt die Fahrgäste in schwindelerregender Höhe in Richtung Boden, während sich die Gondel selbst im Kreis dreht. Aber auch traditionelle Fahrgeschäfte wie Riesenrad, Break-Dance, Schiffsschaukel, Riesenrutsche, Karussells oder Autoscooter sind mit am Start.

Keinesfalls verpassen sollten die Besucher die spektakuläre Lasershow am Sonntagabend auf dem Altmarkt und im Puschkinpark, betont Eberhard Heieck. Diese ersetzt bereits seit einigen Jahren das herkömmliche Feuerwerk, das aus Sicherheitsgründen nicht mehr in der Innenstadt entzündet werden kann.

 Das Kettenkarussell vor der Stadthalle gehört erfahrungsgemäß zu den beliebtesten Fahrgeschäften auf dem Cottbuser Stadtfest.
Das Kettenkarussell vor der Stadthalle gehört erfahrungsgemäß zu den beliebtesten Fahrgeschäften auf dem Cottbuser Stadtfest. FOTO: LR / Josephine Japke
 Kubanische Trommler hatten im Vorjahr für Stimmung gesorgt. Im Puschkinpark werden BTU-Studenten wieder kulinarische Spezialitäten anbieten.
Kubanische Trommler hatten im Vorjahr für Stimmung gesorgt. Im Puschkinpark werden BTU-Studenten wieder kulinarische Spezialitäten anbieten. FOTO: Tino Schulz
 Kubanische Trommler hatten im Vorjahr für Stimmung gesorgt. Im Puschkinpark werden BTU-Studenten wieder kulinarische Spezialitäten anbieten.
Kubanische Trommler hatten im Vorjahr für Stimmung gesorgt. Im Puschkinpark werden BTU-Studenten wieder kulinarische Spezialitäten anbieten. FOTO: Tino Schulz