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| 02:33 Uhr

Cottbus enttäuscht vom Bundesverkehrswegeplan

Bereits während der Eröffnung des ersten Bauabschnitts der Ortsumgehung Cottbus hatten Vertreter aus Gallinchen für eine Weiterführung des Projektes demonstriert. Doch eine Entlastung des Ortsteils vom Verkehrslärm steht in weiter Ferne.
Bereits während der Eröffnung des ersten Bauabschnitts der Ortsumgehung Cottbus hatten Vertreter aus Gallinchen für eine Weiterführung des Projektes demonstriert. Doch eine Entlastung des Ortsteils vom Verkehrslärm steht in weiter Ferne. FOTO: Koziol
Cottbus. Der neue Bundesverkehrswegeplan ist für die Stadt Cottbus "eher eine Enttäuschung". Das hat Bürgermeisterin Marietta Tzschoppe (SPD) am Mittwoch vor den Stadtverordneten erklärt. Sven Hering

Zwar sei der Weiterbau der östlichen Ortsumfahrung in das Papier aufgenommen worden. Der eingeleitete Strukturwandel der Region brauche aber deutlichere Signale. "Es reicht nicht, dass Bundespolitiker Lippenbekenntnisse abgeben", so Tzschoppe. "Wer die industrielle Basis unserer Region infrage stellt und weiter munter über Ausstiegsszenarien aus der Kohle spekuliert, der sollte mehr zu bieten haben als verschwiegene Tagesbesuche." So sehr es die Stadt anerkenne, dass für die Planung des zweiten Gleises zwischen Cottbus und Lübbenau das Land in Vorleistung gehe, so sehr dränge die Stadt auf verbindliche Termine für den Bau. "Allein 6000 Pendler würden davon täglich profitieren, aber auch Tausende Fahrgäste und die Wirtschaft mit Blick gen Osten", so die Bürgermeisterin. Eine funktionierende Infrastruktur sei die Grundlage für die Entwicklung der Stadt. Tzschoppe zählt dazu Ansiedlungen im Zuge des Strukturwandels ebenso wie die Platzierung der kreisfreien Stadt als Wohn- und Lebensalternative zum teurer werdenden Berlin. "Das betrifft die Straßen nach Westen wie Osten und Bahnverbindungen nach Polen", ergänzt die Bürgermeisterin. "Wir müssen weg vom Stückwerk. Das ist uns der Bund mit seiner Energiepolitik schuldig."

Von den 26 Verkehrsprojekten für Lausitzer Straßen, die im Entwurf des Bundesverkehrswegeplanes bis 2030 festgeschrieben wurden, besitzen nur drei eine sichere Realisierungschance, darunter der erste Bauabschnitt der Ortsumfahrung Cottbus, der vollendet werden soll.