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Cottbus ehrt seine Olympiahelden

Ralf Braun, der Vorsitzende der Cottbuser Stadtgruppe der Deutschen Olympischen Gesellschaft, zeigt eine Ehrenmedaille.
Ralf Braun, der Vorsitzende der Cottbuser Stadtgruppe der Deutschen Olympischen Gesellschaft, zeigt eine Ehrenmedaille. FOTO: Zielonkowski/ski1
Cottbus. Auf das Jahr 2006, in dem die Stadt Cottbus ihren 850. Geburtstag feierte, geht die Idee zurück, an alle Cottbuser Olympiamedaillengewinner auf dem Fußweg vor dem Cottbuser Rathaus mit Erinnerungsplaketten zu erinnern. Georg Zielonkowski / ski1

Wurden im Mai 2006 auf diese Weise 43 Medaillen, die von 31 Sportlern seit 1896 bei Olympia gewonnen wurden, in das Pflaster eingelassen, so hat sich die Zahl der auf diesem Wege Geehrten bis heute auf 56 Medaillen, errungen von 41 Athleten, vergrößert.

"Von den Cottbusern ja ohnehin, aber auch von vielen Touristen, die unsere Stadt besuchen, haben wir immer wieder reichlich Anerkennung für unsere Aktion erhalten, die in Deutschland tatsächlich einmalig ist", so Ralf Braun, der Vorsitzende der Cottbuser Stadtgruppe der Deutschen Olympischen Gesellschaft im Rahmen der DOG-Jahreshauptversammlung.

Bei der er in diesem Zusammenhang von einem weiteren Erfolg berichten konnte. Nachdem ja bereits bei der Cottbuser Sportgala im Januar die ersten 15 Medaillengewinner eine Nachbildung der Rathaus-Metallplatten zur Erinnerung überreicht bekamen, wurden inzwischen auch anderen bei Olympia Erfolgreichen diese Plaketten samt Urkunde und Begleitbrief zugestellt. Braun ergänzt, dass es teilweise sehr schwer war, Sportler nach so langer Zeit ausfindig zu machen.

So war es im Falle des Fußballers Reinhard Lauck, der 1976 Olympiagold gewann und im Jahr 1997 verstarb, recht kompliziert, Verwandte aufzustöbern, um denen stellvertretend die Erinnerungsmedaille zuzusenden. Über entfernte Sielower Familienangehörige wurde man fündig, so wurde die Medaille schließlich nach Berlin geschickt. Wo sich die Witwe Marlinda Lauck hocherfreut über die besondere Ehrung zeigte und dies in ihrem Antwortbrief zum Ausdruck brachte: "Ich habe die Ehrenmedaille in Erinnerung an die Leistungen meines Mannes dankend erhalten und mich sehr darüber gefreut. Es ist eine sehr ehrenvolle Geste, auf diese Weise die Leistungen der Olympioniken Ihrer Region würdigen. Deshalb nochmal vielen Dank!"

Überrascht wurde bei der Cottbuser DOG der Dankesbrief von Hans Schuft gelesen. Der Enkel des Turners Gustav Schuft, der bei Olympia 1896 mit dem deutschen Team zweifach siegte, wies darauf hin, dass sein Großvater in Athen zwar am Barren und Reck gewann, damals aber eine andere Art der Edelmetall-Verteilung üblich war. So teilte er in seinem Schreiben mit, dass zu jener Zeit Goldmedaillen mit der schnöden Gewinnsucht in Verbindung gebracht wurden, weshalb den Siegern Silbermedaillen, allen Zweitplatzierten aber Medaillen aus Bronze überreicht wurden. Die Dritten bekamen aufgrund der finanziellen Nöte der Veranstalter kein Edelmetall. Erst zu Olympia 1904 wurde die heutige Verteilung aller drei Edelmetalle eingeführt, schrieb Schuft. "Natürlich orientieren wir uns wir im Fall unseres ersten Medaillengewinners an den damaligen Üblichkeiten, darum erhielt Herr Schuft selbstverständlich auch von uns eine silberne Medaille. Obwohl er eben doppelt Olympiasieger wurde", so Ralf Braun.